05:24 21 November 2017
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    Die Rückkehr der Falken: Atomwaffen in Weißrussland und neue Patrouillenflüge - „Nesawissimoje Wojennoje Obosrenije“

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    MOSKAU, 31. August (RIA Novosti). In- und ausländische Beobachter haben aus der Äußerung des russischen Botschafters in Minsk, Alexander Surikow, den Schluss gezogen, dass in Weißrussland russische Kernwaffen stationiert werden könnten.

    Russlands Außenministerium hat mit großer Verspätung darauf reagiert, woraus sich der Schluss aufdrängt, dass schon die Erwähnung der Kernwaffen die Rolle eines Testballons oder eines in den Ameisenhaufen hineingesteckten Stockes spielt, schreibt die „Nesawissimoje Wojennoje Obosrenije“ (Unabhängige Militärrevue) in ihrer jüngsten Ausgabe.

    Surikows Interview hat bei den russischen Militärexperten einen nie dagewesenen Enthusiasmus ausgelöst. Gleich traten die geheimen Wünsche des rechten Flügels der Militärs an den Tag: die Einflusssphäre zu erweitern, an die NATO heranzurücken und neue Kernwaffenstützpunkte aufzustellen. Weißrussland ist für sie in dieser Hinsicht attraktiver als Kaliningrad, weil in dem letzteren Fall das vom russischen Militär kontrollierte Territorium nicht erweitert wird. Der Wunsch, Europa zu ändern im Geiste der Konfrontation zwischen dem Warschauer Vertrag und der NATO liegt damit auf der Hand.

    Es besteht kein Zweifel daran, dass der neueste Anlass zur Konfrontation in Polen und im Baltikum mit Freude aufgegriffen wird. Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas erklärte bereits: „Die russische Seite spricht von einer demonstrativen Verlegung ihrer offensiven Massenvernichtungswaffen, die gegen europäische Länder gerichtet ist.“

    Die Rhetorik des Kalten Krieges kommt damit in vollem Umfang zurück. Leicht lässt die Reaktion von Politikern und Medien in Europa und den USA voraussagen. Sie werden die Russlands einseitige Aussetzung des Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa, die Wiederaufnahme der Patrouillenflüge der Fernflieger und die Gefahr einer Kernwaffenstationierung in Weißrussland als Glieder von ein- und derselben Kette betrachten. Aus diesem Grund werden sie erneut auf die Notwendigkeit hinweisen, die NATO angesichts der gewachsenen Aggressivität Russlands zu verstärken und Teile des amerikanischen Raketenabwehrsystems zu stationieren. Da wird es schon nicht mehr wichtig sein, was der Botschafter gesagt hat. Wichtig ist, dass die „Falken“ Sehnsucht nach den Zeiten empfinden, in denen sie eine viel wichtigere Rolle in der Gestaltung der Welt gespielt haben. Dafür muss aber die Welt wieder gespaltet werden.

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