08:52 21 November 2017
SNA Radio
    Militär

    Inguschetien versinkt im Konfliktchaos - „Nesawissimaja Gaseta“

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    MOSKAU, 10. September (RIA Novosti). Trotz der Aufstockung der Truppen des russischen Innenministeriums (über 2000 Mann) in Inguschetien bleibt die Republik der schwierigste Konfliktherd im Nordkaukasus, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta („NG“) vom Montag.

    „Die ‚vorbeugenden Maßnahmen’ der Militärs werden, wie die Ereignisse in den letzten Jahren zeigen, nicht selten von der Überschreitung der Dienstbefugnisse und von unangemessener Gewaltanwendung begleitet“, sagte Kamil Magischew, Vorsitzender der Rechtsschutzvereinigung „Freies Wort“. „Das spielt auch den Provokateuren in die Hand - den Auftraggebern von Morden an Lehrern und Ärzten. Denn die von den Militärs Betroffenen ergänzen nicht selten die Rebellen. Deshalb sind sowohl die Morde an schuldlosen Frauen als auch die grob vorgenommenen Säuberungen für Inguschetien in gleichem Maße provokatorisch. Magas, Hauptstadt Inguschetiens, das vor allem Moskau versichert, dass die Situation unter Kontrolle ist, ist im Grunde genommen selbst Geisel der Umstände.“

    „Es fielen gleich einige Umstände zusammen“, sagte Alexej Malaschenko, Mitglied des wissenschaftlichen Rates des Moskauer Carnegie-Fonds. „Erstens sind das alles andere als einfache Beziehungen in der inguschetischen Gesellschaft, wo verschiedene Clans agieren. Dabei stützt sich Inguschetiens Präsident Murat Sjasikow mehr auf Moskau als auf diese Clans. Seine Popularität in der Republik ist nicht besonders groß (. . .) Zweitens ließen sich Islamisten und andere derartige Kräfte in Inguschetien eben deshalb nieder, weil die Macht dort nicht gefestigt ist. Und drittens habe ich den Eindruck, dass es zwischen den Unzufriedenen mit Sjasikow einerseits und diesen Islamisten andererseits wenn nicht eine Vereinbarung, so doch irgendeine gegenseitige Verständigung gibt. Gerade das verleiht ihnen anscheinend Kräfte.“

    „Tschetschenien und Inguschetien sind in gleichem Maße instabil“, sagte Oleg Kulikow, Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei. „Auch das Niveau des Fundamentalismus ist in allen nordkaukasischen Republiken ungefähr gleich. Das ist ein Faktor, der von außen gelenkt wird. Die föderalen Behörden widmen schließlich Inguschetien große Aufmerksamkeit. Doch es sieht danach aus, dass sie sich damit etwas verspäteten, da die örtlichen Behörden Moskau eine lange Zeit eingelullt und behauptet hatten, die Situation zu kontrollieren. Es stellte sich heraus, dass die Situation von Magas unzureichend kontrolliert wird.“

    Mit dieser Bewertung ist auch Franz Klinzewitsch, Duma-Abgeordneter von „Einheitliches Russland“, einverstanden: „In Tschetschenien wurde die Ordnung recht hart hergestellt. Dort ist es komplizierter, mit einer großen Konzentration von Kräften und Mitteln Terroranschläge zu organisieren. Was Inguschetien betrifft, so versteckten sich die Banditen dort seit Anfang der 90er Jahre und heilten ihre Wunden, ohne zu versuchen, in dieser Republik etwas zu unternehmen. Als aber Sjasikow Ordnung zu schaffen anfing, entstand natürlich Widerstand (…) Schließlich werden unsere ausländischen ‚Freunde’ stets Geld und Leute finden, um solche Spannungsherde zu schaffen. Unser Leben ist dergestalt, dass sich immer Leute finden werden, die bereit sind, Geld für den Tod zu bekommen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren