11:51 24 November 2017
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    Geheimes russisches U-Boot im Internet enttarnt - „Kommersant“

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    MOSKAU, 12. September (RIA Novosti). Die Verwaltung der russischen Kleinstadt Sarow (Gebiet Nischni Nowgorod) hat versehentlich das Geheimprojekt des neusten russischen U-Bootes preisgegeben, indem sie auf ihrer Homepage über den Besuch des Kapitäns des U-Bootes in ihrer Stadt berichtet hat.

    Die strenge Geheimhaltung des neuen U-Bootes berechtigt zu der Annahme, dass es sich um ein einmaliges Experiment der russischen Forscher und Militärs handelt, schreibt die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ am Mittwoch. Am 6. September wurde auf der offiziellen Stadtseite von Sarow im Internet über einen Besuch des Kapitäns des U-Bootes Sarow, Sergej Kroschkin, berichtet. Außerdem wurden die Nummer des U-Bootsprojekts 20120 angegeben sowie taktische und technische Daten des neuen U-Bootes veröffentlicht. Am 11. September verschwand die Nachricht von der Webseite, nachdem sie bereits von lokalen Medien nachgedruckt worden war.

    Die Geheimhaltung des neuen Projektes ist um so verwunderlicher, weil alle Schiffbauprojekte in den vergangenen Jahren ein lebhaftes Echo in den Medien fanden: Offizielle teilten gerne die Projektnummern und andere Daten mit.

    Am gestrigen Dienstag kam die Vermutung auf, dass das Versuchsprojekt 20120 für die Erprobung einer einmaligen Technologie bestimmt ist. Im Rahmen des Experimentes soll nämlich auf einem Diesel-U-Boot ein Atomreaktor als Hilfskraftanlage installiert werden. Solche Experimente hatte es bereits in der Sowjetunion gegeben.

    Viele Staaten arbeiten an der Modernisierung von Diesel-U-Booten, um ein preiswertes U-Boot zu bauen, das autonome Fahrten wie ein teueres Atom-U-Boot unternehmen kann. Am weitesten gegangen ist Deutschland, wo seit 2000 U-Boote der Klasse 212A mit von der Außenluft unabhängigem Antrieb gebaut werden. Diese U-Boote können 20 Tage unter Wasser bleiben, was deutlich länger ist, als bei anderen Diesel-U-Booten (maximal fünf Tage). Als Antwort beschlossen die russischen Forscher möglicherweise, Diesel-U-Boote mit Kleinreaktoren auszustatten.

    Vermutung Nummer zwei: Mit dem U-Boot 20120 wird ein neuester Atomreaktor aus der Produktion des Maschinenbau-Konstruktionsbüros Afrikantow getestet. Dieser Reaktor wurde im Februar 2007 in Medien zum ersten Mal erwähnt. Die Zeitung „Nischegorodskaja delowaja gaseta“ berichtete, dass das Konstruktionsbüro Afrikantow 2006 ein neues Atom-U-Boot namens „Kalitka“ entwickelt hat, das mit der grundsätzlich neuen Dampferzeugungsanlage KTP-7I „Fenix“ ausgestattet ist. Es ist nicht auszuschließen, dass das mysteriöse U-Boot-Projekt 20120 mit dem nicht weniger mysteriösen Projekt „Kalitka“ verbunden ist.

    Das Konstruktionsbüro Afrikantow verweigerte „Kommersant“ nähere Informationen zum Projekt mit der Begründung, dass diese Daten in die Hände der US-Aufklärung geraten könnten. Auch das Presseamt der russischen Atomenergiebehörde Rosatom lehnte jeden Kommentar ab.

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