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    ABM-Streit: Polens Außenminister schließt Verzicht auf US-Raketenschild nicht aus

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    Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski sieht sein Land nicht von iranischen Raketen bedroht und schließt einen Verzicht auf die amerikanische Raketenabwehr-Basis nicht aus.

    WARSCHAU, 05. Januar (RIA Novosti). Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski sieht sein Land nicht von iranischen Raketen bedroht und schließt einen Verzicht auf die amerikanische Raketenabwehr-Basis nicht aus.

    "Wir fühlen uns durch den Iran nicht bedroht", sagte er in einem Interview mit der Zeitung "Gazeta Wyborcza". Der amerikanische Raketenschild in Polen könne ohne Zustimmung des polnischen Parlaments nicht errichtet werden. "Das ist kein polnisches Projekt, sondern ein rein amerikanisches", äußerte Sikorski. Warschau habe noch keine Entscheidung getroffen.

    "Am schlimmsten wäre die Situation, wenn Polen zusagt und den politischen Preis dafür zahlt, danach aber der Schild doch nicht gebaut wird, weil es in den USA zu einem Regierungswechsel kommt", sagte Sikorski. Er bemängelte, dass Washington trotz früherer Versicherungen bislang nicht gelungen sei, Vorbehalte Russlands auszuräumen.

    Der russische Vizeaußenminister Sergej Kisljak soll demnächst nach Polen reisen, um über die geplante Aufstellung der US-Raketenbasis zu beraten. "Wir wollen die russischen Argumente anhören", sagte Sikorski.

    Die USA wollen bis 2013 eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen stationieren, um sich angeblich vor einem eventuellen Raketenüberfall aus Iran und Nordkorea zu schützen. Russland sieht das amerikanische ABM-System in Osteuropa gegen sich gerichtet und hat gedroht, die Raketenabwehr-Basen mit eigenen Raketen ins Visier zu nehmen.

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