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    Raketenschild: US-Kongress wirft Pentagon mangelhafte Tests vor

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    Die Administration von Präsident George W. Bush plant laut US-Kongress die Stationierung eines Raketenabwehrsystems (ABM), das nicht ausreichend getestet wurde.

    WASHINGTON, 18. März (RIA Novosti). Die Administration von Präsident George W. Bush plant laut US-Kongress die Stationierung eines Raketenabwehrsystems (ABM), das nicht ausreichend getestet wurde.

    Wie es in einem Bericht des US-Kongresses heißt, lassen die bisherigen Testergebnisse keinen eindeutigen Schluss hinsichtlich der Einsatzbereitschaft des Systems ziehen.

    "Den offiziellen Personen liegen keine umfassenden Testergebnisse vor, die die Feststellung zulassen würden, inwieweit die stationierten Teile des ABM-Systems effektiv sind, den Anforderungen entsprechen und Kampfbedingungen überstehen können", wird in dem 96-seitigen Bericht festgestellt, der am Montag in Washington veröffentlicht wurde.

    Die Hauptkontrollverwaltung des Kapitols verweist unter anderem auf Angaben nicht namentlich genannter Offizieller, die für die ABM-Tests zuständig waren. Laut diesen Angaben wurde bei den Tests im vergangenen Jahr eine "relativ einfache Zielscheibe" gebraucht. Die anderen Testparameter seien zwar "mehr der Realität entsprechend" gewesen, aber ebenfalls "nicht kompliziert".

    Der Bericht verweist außerdem auf Versäumnisse bei einzelnen ABM-Teilen, einschließlich der Abfangraketen und der Radaranlage (FBM-T - Forward-Based X-Band Transportable).

    "Die Zuverlässigkeit der Abfangraketen des bodengestützten Raketenabwehrsystems (Ground-based Midcourse Defense) lässt weiterhin Fragen hinsichtlich der Effektivität des ABM-Systems entstehen", weil die bereits vor drei Jahren festgestellten Mängel bei der Qualität einiger Teile dieser Abfangraketen immer noch nicht beseitigt sind und bis 2012 nicht vollständig würden beseitigt werden können.

    "Die Sicherheit hinsichtlich der ABM-Effektivität wird durch die weiterhin nicht gelösten technischen Fragen und die Fragen hinsichtlich der Qualität von Teilen des bodengestützten Raketenabwehrsystems reduziert", stellen die Verfasser fest.

    Nach ihren Angaben war dieses ABM-Segment "mit der selben ungewöhnlichen Erscheinung bei jedem Flugtest seit 2001 konfrontiert". "Nach dem jetzigen Stand sind die Ursachen dieser Erscheinung nicht festgestellt und die Wege zu deren Behebung nicht festgelegt worden", heißt es im Bericht.

    Im Abschnitt über die ABM-Radaranlagen wird festgestellt, dass das US-Verteidigungsministerium "vorerst nicht bewiesen hat, dass die mobile Radaranlage vom Typ FBX-T Ziele in realer Zeit aus großer Entfernung ermitteln und die ermittelten Daten an die bodengestützten ABM-Systeme übertragen kann".

    Die Verfasser verweisen darauf, dass dem Pentagon weitere Tests der Radaranlage empfohlen wurden, bevor diese stationiert wird.

    Bei der Entwicklung des ABM-Systems nutzt das US-amerikanische Militär Computermodelle und "Simulationstests", die "von keiner unabhängigen Institution überprüft wurden". Außerdem wurden "zu wenig Flugtests vorgenommen, welche die anhand der Modelle und Simulationstests gemachten Prognosen überprüfen könnten".

    Der Bericht wurde unter anderem an die Chefs der Streitkräfte-Ausschüsse und die Chefs der Unterausschüsse für die Bewilligung der Verteidigungsgelder im Senat und im Repräsentantenhaus sowie an das US-Verteidigungsministerium und an die unterstellte Raketenabwehr-Agentur verschickt.