12:04 18 Dezember 2017
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    Russlands Armee verzögert Abzug aus Georgien - Russlands Zeitungen

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    MOSKAU, 18. August (RIA Novosti). Der Westen fordert von Moskau den sofortigen Truppenabzug aus Georgien, schreiben russische Zeitungen am Montag.

    Sie werden ab Montag abziehen, aber wie lange der Abzug dauert und wie weit sich die Truppen von der georgischen Grenze entfernen, steht nicht fest. Die russischen Soldaten würden Georgien verlassen und in die von der Gemischten Kontrollkommission 1999 festgelegte Sicherheitszone und nach Südossetien zurückkehren, teilte Präsident Dmitri Medwedew in einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen Nicolas Sarkozy mit.

    Nach Ansicht von US-Außenministerin Condoleezza Rice berechtigt der Friedensplan das russische Militär nicht dazu, nach Georgien einzudringen, und in den nicht anerkannten Republiken müssten möglichst bald internationale Friedenstruppen stationiert werden, was die Präsenz der russischen Truppen dort überflüssig machen werde.

    Laut einer Quelle im Kreml ist die russische Seite bereit, die Truppen schnell aus Georgien abzuziehen, aber wie weit, sei noch nicht entschieden. Das Abzugstempo werde, so Außenminister Sergej Lawrow, davon abhängen, wie sich die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen vor Ort umsetzen lassen.

    Nach Beginn der Kampfhandlungen in Südossetien wurden etwa 10 000 russische Militärangehörige und viel Militärtechnik in die Krisenregion gebracht. Nach Angaben des georgischen Innenministeriums kontrollieren die russischen Truppen angeblich die georgischen Ortschaften Gori, Senaki und Sugdidi.

    Außerdem haben sie das Wasserkraftwerk am Fluss Inguri, das an der Verwaltungsgrenze zwischen Abchasien und Georgien liegt, unter Schutz genommen. Wie Anatoli Nogowizyn, stellvertretender Generalstabschef, Journalisten am Sonntag sagte, könnten so strategisch wichtige Objekte wie ein Kraftwerk Ziel von Provokationen und selbst Terrorakten werden.

    Laut Sarkozys Friedensplan sollen die Streitkräfte Georgiens an ihre ständigen Stützpunkte zurückkehren, während die russischen Soldaten hinter die Linie abgezogen werden, die vor Beginn der Kampfhandlungen bestand.

    Dieser Punkt bedeutet, ebenso wie die Berufung auf das Abkommen von 1999, dass die russischen Friedenstruppen das gleiche Territorium an der Grenze zwischen Südossetien und Georgien wie auch vor Beginn des Konflikts kontrollieren werden. "Nicht mehr und nicht weniger", präzisierte Viktor Oserow, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses in Russlands Föderationsrat (Oberkammer).

    Igor Bunin, Präsident des unabhängigen Fonds "Zentrum für politische Technologien", vertritt die Ansicht, dass die russischen Truppen das georgische Territorium nur sehr langsam verlassen werden: "Die Militärs haben das Gefühl, die Operation nicht zu Ende geführt zu haben. Es fällt ihnen psychologisch schwer zu gehen, und sie suchen nach beliebigen Vorwänden, um etwas länger zu bleiben."

    Quellen: "Wedomosti", "Gaseta" vom 18.08.08.

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