23:25 23 August 2017
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    Thailand bevorzugt russische statt amerikanische Hubschrauber - „Kommersant“

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    MOSKAU, 23. Oktober (RIA Novosti). Thailands Regierung will russische Hubschrauber anstelle von Maschinen aus US-Produktion kaufen, wie die Tageszeitung „Kommersant“ vom Donnerstag berichtet.

    Dieses Geschäft sucht seinesgleichen - bis vor kurzem kaufte das größte Land in Südostasien Waffen in den Vereinigten Staaten ein. Doch nun hat der thailändische Regierungschef und zugleich Verteidigungsminister des Landes, Somchai Wonsawat, einen Liefervertrag für drei Maschinen vom Typ Mi-17 im Wert von 27,5 Millionen US-Dollar gebilligt. Die Hubschrauber wurden im sibirischen Ulan-Ude hergestellt.

    Laut Information handelt es sich dabei um die Frachtmaschinen vom Typ Mi-171. „Diese Modifikation gehört eigentlich in die Kategorie „zivile Hubschrauber“, doch in Wirklichkeit sind es die Maschinen doppelter Bestimmung“, heißt es russischen Rüstungsindustriekreisen. Das Montagewerk in Ulan-Ude hatte bereits 2005 einen Rahmenvertrag mit Thailand unterschrieben.

    Dem damaligen Oberbefehlshaber der thailändischen Streitkräfte, General Sonthi Boonyaratkalin, wurde im Herbst 2006 vorgeschlagen, acht Mi-17-Hubschrauber zu kaufen, doch das Geschäft platzte, als er als Regierungschef entlassen wurde.

    Heute benutzt die thailändische Armee mehr als 200 US-Hubschrauber, doch fast die Hälfte davon sind Maschinen, die 20 Jahre und noch älter sind. Allein im vergangenen Jahr stürzten die thailändischen Militärhubschrauber siebenmal ab, wobei etliche Todesopfer zu beklagen waren.

    Vor einem Jahr hatte die Regierung ein Modernisierungsprogramm beschlossen, wonach 15 Hubschrauber vom Typ Bell-212 auf Vordermann gebracht werden sollen. Doch der neue Regierungschef Somchai Wonsawat, der das Land seit September regiert, hat diese Entscheidung seines Vorgängers zurückgenommen. Das Geschäft mit den USA wurde annulliert, der Einkauf russischer Maschinen stattdessen gebilligt.

    Zum ersten Mal hat eines der führenden Länder in Südostasien einen „Seitensprung“ gewagt und seinem amerikanischen Partner die kalte Schulter gezeigt. „Moskau hat schon mehrmals versucht, Hubschrauber an das Königreich zu verkaufen, doch jedes Mal platzten die Geschäfte, meistens aus innenpolitischen Gründen“, so Alexej Kiritschenko, Dozent am renommierten Moskauer Asien- und Afrika-Institut.

    In den 90er Jahren versuchte Russland vergeblich, dem Königreich Panzerabwehrraketen vom Typ Metis, die Schützenpanzerwagen BTR-80 und BRT-80A, sowie die mobilen Raketenwerfer Igla zu verkaufen, doch all diese Geschäfte platzen.

    „Im Jahr 2004 wurden Verhandlungen durchgeführt über den Verkauf von 12 Kampfjets des Typs Su-30MKI, doch dann haben die Machtoberen in Thailand die Entscheidung getroffen, die schwedischen Maschinen Gripen einzukaufen“, erinnert Dmitri Wassiljew, Experte des Zentrums für Analyse von Strategien und Technologien.

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