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    Unglück im Pazifik: Havariertes U-Boot legte an - Ermittlungen eingeleitet (ZUSAMMENFASSUNG)

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    Das russische Atom-U-Boot, an dessen Bord am Sonnabend 20 Insassen ums Leben gekommen waren, ist jetzt im Marinestützpunkt Bolschoi Kamen eingetroffen. Das teilte Igor Dygalo, Sprecher der Seekriegsflotte Russlands, am Sonntag RIA Novosti mit.

     MOSKAU, 09. November (RIA Novosti). Das russische Atom-U-Boot, an dessen Bord am Sonnabend 20 Insassen ums Leben gekommen waren, ist jetzt im Marinestützpunkt Bolschoi Kamen eingetroffen. Das teilte Igor Dygalo, Sprecher der Seekriegsflotte Russlands, am Sonntag RIA Novosti mit.

    „Das U-Boot war mit eigener Kraft in Begleitung des Rettungsschiffs ‚Sajany' aus dem Raum der Probefahrt im Japanischen Meer zurückgekehrt", hieß es. „Das Haupttriebwerk arbeitet normal. Die Hintergrundstrahlung entspricht den Normalwerten."

    21 Verletzte wurden mit dem U-Boot-Jagdschiff „Admiral Tribuz" evakuiert und in Krankenhäuser an der Küste eingeliefert.

    Der Stützpunkt Bolschoi Kamen ist rund 130 Kilometer vom Hauptstützpunkt der russischen Pazifikflotte in Wladiwostok entfernt.

    Das Atom-U-Boot Nerpa des Projekts 971 "Schtschuka-B" war Ende Oktober zu einer Probefahrt in den Pazifik ausgelaufen und absolvierte vorige Woche erfolgreich seinen ersten Tauchgang.

    Der Unfall ereignete sich in den russischen Hoheitsgewässern im Japanischen Meer. Laut  Dygalo war bei einer Probefahrt das Feuerlösch-System plötzlich losgegangen. Der Atomreaktor wurde nach den offiziellen Angaben nicht beschädigt. An Bord befanden sich insgesamt 208 Insassen.

    Wie Wladimir Markin, der offizielle Vertreter des Ermittlungskomitees bei der Staatsanwaltschaft Russlands, mitteilte, handelt es sich bei den Toten um sechs Militärangehörige und 14 Zivilisten. Eingeleitet wurde ein Strafverfahren gemäß dem Artikel 352 des Strafgesetzbuchs Russlands (Verstoß gegen Vorschriften für den Betrieb von Kriegsschiffen, der fahrlässige Tötung zur Folge hat).

    Der Vorfall ereignete sich im Vorschiff, teilte ein ranghoher Sprecher des Oberkommandos der Pazifikflotte mit. Für die Treibwerke am Heck bestand keine Gefahr.

    „Die Feuerlöschsysteme an Bord der modernen U-Boote reagieren automatisch auf Feuer bzw. Rauch und schalten sich ein", hieß es. „Feuer wird dabei zwar schnell bekämpft, aber auch Menschen setzen sich einer tödlichen Gefahr aus, wenn sie keine Atemgeräte bei sich haben."

    Laut technischen Unterlagen verfügte das U-Boot über 220 tragbare Atemgeräte. „Die Ermittlung soll feststellen, warum die Insassen die Atemgeräte nicht verwendet haben und warum es so viele Tote gegeben hat."

    „Da das U-Boot von der Kriegsflotte noch nicht ins diensthabende System aufgenommen wurde, trägt der Hersteller die Verantwortung für den Vorfall", meinte ein Schiffbau-Experte in einem RIA-Novosti-Gespräch. „Die Seeleute haben bei der Probefahrt einen Praktikanten-Status."

    Das Atom-U-Boot war im Schiffbauwerk Amur in der Stadt Komsomolsk-am-Amur gebaut worden.

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