01:38 24 Februar 2018
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    Mutmaßungen über Unglücksursache auf Atom-U-Boot "Nerpa" gehen weiter

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    Das Atom-U-Boot "Nerpa", auf dem bei einem Unfall vor rund zwei Wochen 20 Menschen ums Leben kamen, ist mit dem neuartigen Computersystems "Molybdän" ausgestattet, dessen Konstrukteur wenige Monate davor gestorben war.

    MOSKAU, 21. November (RIA Novosti). Das Atom-U-Boot "Nerpa", auf dem bei einem Unfall vor rund zwei Wochen 20 Menschen ums Leben kamen, ist mit dem neuartigen Computersystems "Molybdän" ausgestattet, dessen Konstrukteur wenige Monate davor gestorben war.

    Das berichtet die russische Wirtschaftszeitung "Kommersant" in ihrer Freitagsausgabe unter Verweis auf einen U-Boot-Techniker.

    Nach seinen Worten handelt es sich bei "Molybdän" um ein "unausgereiftes" System, das auch früher Defekte aufgewiesen habe.

    "Die Ursache besteht womöglich darin, dass sein Konstrukteur in diesem Sommer gestorben war, woraufhin das System für drei Monate vernachlässigt wurde. Erst vor der Testfahrt wurde es in Ordnung gebracht", sagte der Techniker. "Ich glaube, das das Brandlöschsystem wegen einem Defekt im ‚Molybdän'-System losgegangen war."

    Der Unfall hatte sich am 8. November ereignet. Das Atom-U-Boot "Nerpa" befand sich auf einer Testfahrt im Japanischen Meer, als sich das chemische Brandschutzsystem LOCH automatisch auslöste und das giftige Freon aussetzte. Als Folge wurden 20 Insassen getötet und 21 weitere verletzt.

    Kurz danach hatte "Nerpa"-Techniker Jewgeni Owsjannikow bereits vermutet, dass an dem Unglück möglicherweise der Bordcomputer schuld sei. Nach seinen Worten wurde die "Nerpa" als erstes U-Boot mit einem Computer zur Aktivierung des Feuerlöschsystems ausgestattet.

    Der Computer habe sich noch beim Test auf dem Land seltsam verhalten, erzählte Owsjannikow der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Nach seinen Worten gab es auf dem U-Boot keinen Brand.