12:26 21 Februar 2018
SNA Radio
    Militär

    Raketenabwehr-Streit: Moskau setzt auf Tauwetter - Russlands Presse

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 02

    Moskau sendet dem neuen US-Präsidenten Barack Obama Signale, zu einem Dialog über gegenseitige Sicherheit bereit zu sein, wie russische Zeitungen am Donnerstag schreiben.

    MOSKAU, 29. Januar (RIA Novosti). Moskau sendet dem neuen US-Präsidenten Barack Obama Signale, zu einem Dialog über gegenseitige Sicherheit bereit zu sein, wie russische Zeitungen am Donnerstag schreiben.

    Russische Generäle, die ungenannt bleiben wollen, verkündeten, dass auf die Aufgabe des US-Raketenabwehrsystems in Europa von der Aufstellung von Iskander-Raketen im Gebiet Kaliningrad Abstand genommen werde. Nach Angaben einer Quelle aus dem russischen Verteidigungsministerium "ist es inkorrekt und verfrüht, von praktischen Schritten zur Verwirklichung oder Aussetzung dieser Pläne zu reden".

    Alles stimmt: Es gibt weder einen US-Raketenstützpunkt in Polen noch bestätigte Pläne für die Installierung von Iskander-Komplexen oder die Raketen selbst. Zwar wird seit Jahren versprochen, sie in die Bewaffnung aufzunehmen, doch ist bislang unbekannt, ob auch nur eine einzige Rakete gebaut wird. Ihre Produktion muss dort in die Wege geleitet werde, wo einmal im Jahr lediglich fünf bis sechs interkontinentale Topol-Raketen hergestellt werden. Der Betrieb wird seine Produktionskapazitäten nur schwer erweitern können, da ihm im kommenden Jahr möglicherweise noch die Bulawa-Produktion aufgebürdet wird.

    Russlands Präsident Dmitri Medwedew hatte Europa in Angst versetzt, als er am 5. November in seiner Rede vor der Föderalversammlung sagte, als Reaktion auf das geplante US-Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien sei Moskau bereit, im Gebiet Kaliningrad operativ-taktische Iskander-M-Komplexe aufzubauen.

    Die westlichen Medien und auch Politiker sahen in Medwedews Worten die Drohung, sofort Raketen gegen die Nato richten zu wollen. Seitdem haben Beamte und Generäle in Moskau hundertfach erklärt, dass die Raketen nur als eine Antwort in ferner Zukunft gedacht seien. Doch nichts half. Die Situation wurde so ausgelegt, als sei die Stationierung einer Raketenabwehrbasis in Europa die Antwort auf die Raketengefahr seitens Russlands gewesen.

    Deshalb hat das verlautbarte Abrücken von der Installierung der Iskander-Raketen eine lebhafte Reaktion ausgelöst. Der Westen sieht in dieser Wende der Ereignisse seinen großen Sieg. Vor allem aber ermöglicht die Kehrtwende Obama eine nette Geste: den Verzicht auf die europäische Komponente des nationalen Raketenabwehrsystems, da "die Russen nachgegeben haben".

    "Es ist einfach so, dass sich die Wirtschaftskrise allmählich auf Moskaus politische Rhetorik auswirkt", sagt Nikolai Zlobin, Direktor der Russland- und Asienprogramme am Washingtoner Institut für Weltsicherheit. "Wozu hat es ein Land, das stürmisch den zehn größten Wirtschaften der Welt entrissen wird, einen Zank mit diesen Zehn nötig?"

    Quellen: "Nesawissimaja Gaseta" vom 29.01.09, "Gazeta.Ru" vom 28.01.09.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren