23:06 22 Oktober 2017
SNA Radio
    Militär

    Atomare Abrüstung: Obama will Russland entwaffnen - „RBC Daily“

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 310
    MOSKAU, 05. Februar, (RIA Novosti). Der Vorschlag des neuen US-Präsidenten Barack Obama, die Atomwaffenarsenale Russlands und der Vereinigten Staaten um 80 Prozent zu verkleinern, kann Moskau in eine prekäre Lage bringen, schreibt das Blatt „RBC Daily“ am Donnerstag.

    Obama hegt ambitionierte Abrüstungspläne, doch Experten sind der Meinung, dass Russland mit nur 1000 Gefechtsköpfen nicht mehr in der Lage sein wird, die US-Raketenabwehr zu durchbrechen. Gleichzeitig würde Moskau absolut machtlos gegenüber Peking sein.

    Der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin vertritt die Auffassung, dass die Frage des Arsenalabbaus nur zusammen mit der Frage des geplanten US-Raketenschilds in Osteuropa gelöst werden könne. Es sei nicht haltbar, so Rogosin, die Reduzierung der Arsenale vorzuschlagen und gleichzeitig Anlagen nahe der russischen Grenze aufstellen zu wollen, die dazu bestimmt seien, die Gefechtsköpfe zu vernichten. 1000 Gefechtsköpfe reichen nicht aus, um die US-Raketenabwehr zu überwinden, stellt der russische Nato-Botschafter fest.

    „Die vom US-Präsidenten Obama vorgeschlagene Zahl der Gefechtsköpfe reicht nicht aus, um die nukleare Eindämmung der USA zu gewährleisten“, pflichtet ihm Alexander Chramtschichin vom Institut für politische und militärische Analyse (Moskau) bei.

    Die Amerikaner würden dann in der Lage sein, Russlands Arsenale außer Gefecht zu setzen, ohne dabei sogar auf Atomwaffen zurückgreifen zu müssen, so Chramtschichin weiter. Die in den Schächten aufgestellten Raketen, die bekanntlich die Basis der russischen strategischen Kräfte bilden, könnten mit nichtnuklearen US-Präzisionsschlägen vernichtet werden, hält der Experte fest. Russlands Raketen dagegen würden vom US-Raketenabwehrsystem erfasst und vernichtet werden.

    Die vorgeschlagene Reduzierung des Atomwaffenarsenals würde Russland zudem machtlos werden lassen gegenüber China. Die Basis der strategischen Nuklearkräfte Chinas bilden die Mittel- und Kurzstreckenraketen „Dong Feng“, die über eine Reichweite von etwa 600 Kilometern verfügen. Sie sind harmlos für die USA, doch sie sind in der Lage, Ziele in Russland zu erreichen.

    Nach der von Obama vorgeschlagenen Reduzierung der Atomwaffenarsenale würde Russland nicht imstande sein, China einen irreparablen Schaden zuzufügen, was bedeuten würde, dass die nukleare Eindämmung Chinas verloren gehen würde.

    „Chinas Armee ist Russlands Streitkräften zahlenmäßig weit überlegen, außerdem zählen menschliche Verluste nicht besonders viel, so dass Peking in Versuchung geraten könnte, alle Territorialfragen, die zwischen Russland und China noch bestehen, mit Gewalt zu lösen“, fasst Chramtschichin zusammen.