02:45 23 Oktober 2017
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    Poker um US-Luftwaffenstützpunkt in Kirgisien - Russlands Presse

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    MOSKAU, 06. Februar (RIA Novosti). Am Donnerstag sollte das kirgisische Parlament die Schließung des US-Luftwaffenstützpunkts Manas erörtern, schreiben russische Zeitungen am Freitag.

    Doch die Sitzung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut Quellen in Kirgisien bremst Präsident Kurmanbek Bakijew absichtlich das in Moskau gegebene Versprechen in der Hoffnung, von den USA neue Angebote zu hören.

    Washington lehnt prinzipiell Verhandlungen mit Bischkek nicht ab, neigt jedoch zunehmend zu der Einsicht, dass es sich über die Zukunft des Stützpunkts mit Moskau werde einigen müssen.

    Kirgisiens Premier Igor Tschudinow machte auf der gestern in Bischkek speziell einberufenen Pressekonferenz eine sensationelle Erklärung: Kirgisien und die USA würden über den Sützpunkt weiterhin verhandeln. "Möglicherweise werden die Seiten eine gewisse Änderung des Status der Basis, eine Reduzierung ihres Kontingents oder sonst irgendwelche Veränderungen absprechen", so ein kirgisischer Diplomat zu der Verzögerung bei der Auflösung des Abkommens mit den USA.

    Nach Bakijews Mitteilung über die Schließung der Militärbasis haben die USA, die Europäische Union und die Nato mehrere wichtige Erklärungen abgegeben, deren Wesen ungefähr auf Folgendes hinausläuft: Wir brauchen den Stützpunkt, wir wollen ihn behalten und sind zu Verhandlungen bereit, aber wenn ihr von uns zu viel Geld verlangt, gehen wir, und ihr werdet das noch bereuen.

    Wie Quellen der "New York Times" im US-Außenministerium behaupten, "können die USA Kirgisien vorschlagen, den Geldbetrag für die Überlassung der Basis zu erhöhen".

    Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Bischkek deshalb nicht mit der Ratifizierung des Beschlusses über die Schließung des Stützpunkts beeilt.

    Im Übrigen könnte das "Manas"-Szenario auch etwas anders enden. Robert Wood, Sprecher des US-Außenministeriums, teilte gestern mit, Washington plane, zum Stützpunkt "einige Verhandlungen" mit Moskau durchzuführen. "Ich weiß nicht, ob das bereits geschehen ist oder erst bevorsteht, aber fest steht, dass dies ein Erörterungsthema mit Russland ist", sagte er.

    Daraus ergeben sich zwei Schlüsse. Der erste: Die USA haben keine Zweifel darüber, wer bei Bischkeks Beschluss über die Schließung des Stützpunkts die Schlüsselrolle gespielt hat. Der zweite: Washington will die Basis aufrechterhalten und ist bereit, mit Moskau den Preis der Frage zu besprechen.

    Quellen: "Kommersant", "Nesawissimaja Gaseta" vom 06.02.09.