22:18 19 Oktober 2017
SNA Radio
    Militär

    Rostige MIG-29-Kampfjets reif für den Schrotthaufen - „Kommersant“

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 3910
    MOSKAU, 06. Februar (RIA Novosti). Das russische Verteidigungsministerium hat erstmals zugegeben, dass fast 200 MIG-29-Kampfflugzeuge nicht für einen Flugeinsatz geeignet sind. Darüber berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Das ist beinahe ein Drittel der gesamten Jäger der russischen Luftwaffe. Der letzte Absturz einer solchen Maschine erfolgte am 5. Dezember 2008 im sibirischen Baikalgebiet, weil wegen Rost bzw. Korrosionsschäden die Konstruktion defekt war.

    Experten weisen dabei auf die Überalterung der Flugzeuge hin, die bereits zu Sowjetzeiten in den Dienst gestellt wurden. Dies aber bedeutet, dass demnächst Hunderte Kampfjets ausgemustert werden müssten.

    Bereits Mitte Januar wurden inoffizielle Informationen kolportiert, wonach diese Katastrophe eine Folge des Zerfalls des Rumpfs bzw. feinster wegen der Materialmüdigkeit aufgetretener Risse gewesen sei. Nach einigen Wochen bestätigte Generalleutnant Sergej Bainetow, Leiter des Flugsicherheitdienstes im russischen Verteidigungsministerium, die Hauptursache des Absturzes sei infolge des durchgerosteten Rumpfs der Maschine in der Luft, wobei die eigentliche Ursache für die Rostschäden noch nicht definitiv festgestellt werden konnte. Seinen Angaben zufolge sind etwa 30 Prozent aller Kampfjets dieses Typs bereits überprüft worden, wobei kein einziger Fall von Durchrostung festgestellt werden konnte.

    MiG-29 (Nato-Codename Fulcrum) wurde in den 70er Jahre entwickelt, für die Luftwaffe wurde diese Maschine zwischen 1983 und 1993 geliefert. Momentan seien in der russischen Luftwaffe etwa 291 Kampfjets dieses Typs im Dienst. Diese Zahl nannte im Dezember Alexander Nowikow, Generaldirektor der Tschernyschow-Maschinenbauwerke, die die Triebwerke für die MiG-29 fertigen.

    70 Prozent der Maschinen seien angeblich flugunfähig, das wären insgesamt 200 Kampfjets des Typs MiG-29. Das ist vergleichbar mit der Gesamtzahl der in der russischen Luftwaffe in den Dienst gestellten Su-27-Kampfjets. Das ist mehr als die Zahl der „in Reih und Glied“ stehenden schweren Abfangjäger des Typs MIG-31.

    Ein Programm für die umfassende Modernisierung dieser Flugzeuge wurde einst abgelehnt (einer äußerst schleppenden Modernisierung werden nur Su-27-Kampfjets und die MIG-31-Maschinen unterzogen). Die neuen MiG-29 werden praktisch nicht mehr gebaut, die Lieferungen ins Ausland zwischen 1990 und 2000 erfolgten auf der Grundlage einer beträchtlichen Zahl von halbfertigen Maschinen, diese Reserve aber ist nun aufgebraucht worden.

    Das russische Verteidigungsministerium verspricht, der Luftwaffe 34 Kampfjets des Typs MIG-29SMT zur Verfügung zu stellen. Diese Maschinen sollten gemäß dem 2006 unterschriebenen Liefervertrag im Wert von 1,28 Milliarden US-Dollar nach Algerien geliefert werden. Anfang des vergangenen Jahres kündigte Algerien jedoch den Vertrag mit dem Hinweis auf technische Mängel bei den Kampfjets.

    Das Problem der generellen Überalterung bleibt dennoch bestehen. Das Flugzeugbauwerk in der nahe Moskau gelegenen Kleinstadt Luchowizy als Kernstück des russischen Flugzeugbaukonzerns MIG, konnte in den vergangenen Jahren nur zwei MIG-29 als Teil eines Vertrags mit Indien über den Bau von Schiffen herstellen. Mehr kann dieses Flugzeugbauriese derzeit nicht leisten.

    Die Umrüstung der Armee auf der Grundlage einer neuen Maschine der fünften Generation wird nicht früher als ab 2020 bzw. 2030 erfolgen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren