00:57 25 September 2017
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    Moskau und Washington bereit zu Kuhhandel - „Moskowski Komsomolez“

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    MOSKAU, 09. Februar (RIA Novosti). Beim politischen Stelldichein auf der Münchner Sicherheitskonferenz ist deutlich geworden, dass Moskau und Washington bereit sind, die in der Ära von George W. Bush gegenseitig angehäuften Kränkungen beiseite zu lassen.

    Sie sind auch bereit, mit einem geheimen diplomatischen Handel zu beginnen, dessen Ausgang absolut unvorhersehbar ist, stellt die Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag fest.

    Beim Auftritt des US-Vizepräsidenten Joe Biden und dem des russischen Vizepremiers Sergej Iwanow in der bayerischen Hauptstadt konnte nur ein flüchtiger Blick in ihre Karten geworfen werden. Niemand wollte die Karten komplett auf den Tisch legen.

    Mit den USA müsse man mit einem Lächeln auf dem Gesicht und aus einer Position der Stärke reden, so das Blatt. Dabei wäre man gut beraten, abwechselnd mit der Peitsche und dem Zuckerbrot vorzugehen. Sergej Iwanow, der im Westen als ein Falke gilt, bevorzugte das Zuckerbrot.

    Moskaus Bote versuchte immer wieder deutlich zu machen, dass Russland bereit sei, mit den USA bei der atomaren Abrüstung, aber auch in den anderen Bereichen zu kooperieren. Dabei schwang Iwanow gelegentlich verdeckt mit der Peitsche. Die russischen Behörden sprechen bei jeder Gelegenheit davon, dass die Schließung des US-Luftwaffenstützpunkts Manas eine souveräne Entscheidung Kirgisiens sei, Moskau habe damit angeblich nichts zu tun.

    Doch dies ändert nichts an der Klarheit der Botschaft aus Moskau. Russland zeigt sich freundlich gesinnt, geht dem Westen doch zugleich an die Gurgel: Wehe, wenn keine Einigung erreicht wird! Der erfahrenste Joe Biden war für Iwanow ein würdiger Partner in einem komplizierten diplomatischen Tanz. Die gemeinsame Botschaft „Friede, Freude, Eierkuchen“ war sogar für einen Taubstummen deutlich zu vernehmen, dabei war die Rede Bidens alles andere als eindeutig.

    Einerseits hat er klar zu verstehen gegeben, dass auch die neue US-Regierung an den Plänen für die Errichtung eines Raketenschilds in Osteuropa festhalten wird, doch dann machte der zweite Mann hinter Barack Obama eine vielsagende Bemerkung: Dieses Projekt wird nur dann umgesetzt, wenn er sich als technisch adäquat erweisen wird.

    Biden stellte demonstrativ das Recht Russlands in Abrede, zu entscheiden, wer von seinen Nachbarn zu welchem Bündnis gehören darf. Die Frage ist aber, ob es dabei um eine ritualisierte Feststellung handelt, oder geht es darum, dass Washington nun Lust hat, mit Moskau ein Spiel namens „die freie Wahl der ehemaligen Sowjetrepubliken“ zu spielen?

    Wie auch immer, jedem steht es frei, das zu deuten. Amerikas und Russlands Top-Beamte haben nun alles, was sie nur wollten, publik gemacht. Es ist nun die höchste Zeit, Tauziehen hinter den Kulissen zu starten.

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