15:49 18 Dezember 2017
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    Tschetschenen-Morde: Kadyrow mit Freifahrtsschein vom Kreml? - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 09. April (RIA Novosti). Die Urheber der Tschetschenien-Politik im Kreml hatten wohl nicht deren mögliche Folgen mit eingeplant, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

    Beispielsweise nicht, dass sie zur Ausbreitung der kaukasischen "traditionellen Werte" auf ganz Russland und noch weiter hinaus führen wird.

    Die Erklärungen des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow zu dem Attentat auf seinen Widersacher Sulim Jamadajew in Dubai nähren Zweifel an der Logik.

    Zuerst spricht er von Anhängern der Blutrache, von denen Jamadajew in Tschetschenien nicht wenig gehabt habe, doch nur einige Tage später zählt er schon sich faktisch zu diesen Leuten, indem er sagt, es gebe Beweise dafür, dass der Held Russlands (Jamadajew) am Mord an seinem Vater, dem ehemaligen Präsident Achmat Kadyrow, 2004 beteiligt gewesen sei.

    Nach seinen öffentlichen Ansprachen zu urteilen, ehrt Ramsan die tschetschenischen Traditionen und bringt der Blutrache oder etwa der Polygamie Verständnis entgegen.

    Den Abgeordneten der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Adam Selimchanow, den die Polizei in Dubai für den Auftraggeber des Mordes hält, nennt Kadyrow seine "rechte Hand", liefert ihn also nicht aus. Da zeigt er sich konsequent. Zudem ist er überzeugt, dass Moskau ihn unterstützen werde - trotz der zahlreichen Morde an Tschetschenen durch Tschetschenen nicht nur in der kaukasischen Republik, sondern auch in Moskau und im Ausland.

    Die "Tschetschenisierung" des Konflikts hat zum Frieden in der einst rebellischen Republik selbst, aber auch zum "grauen" Export von gewaltsamen Diensten außerhalb ihrer Grenzen geführt: Präsident Kadyrow bietet Karelien an, auf dessen Territorium mit tschetschenischen Spezialeinheiten (nach den blutigen ethnisch bedingten Zusammenstößen in Kondopoga) Ordnung zu schaffen.

    Ehemalige Extremisten, bewaffnet und mit den Dienstausweisen der tschetschenischen Sicherheitsbehörden ausgestattet, überschwemmen die russische Hauptstadt (nach einer solchen "Dienstreise" wurde auf einer belebten Moskauer Straße Mowladi Baissarow, Ex-Kommandeur der "Gorez"-Abteilung, zusammengeschossen).

    Kadyrow ist loyal zum Kreml und nimmt, nach allem zu urteilen, bei der Verteilung von Finanzgeldern eine "richtige" Position ein. Wo die Grenzen seiner Freiheit liegen, die er im Tausch bekommen hat, wissen wir nicht, erfahren jedoch von täglich mehr von dieser Freiheit. Bislang sind ihre Grenzen nicht zu sehen, es ist wohl eine Carte blanche.

    Bleibt zu erfahren, ob Moskau auch nur irgendwelche Wege hat, diese Freiheit zu begrenzen.

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