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    Russland baut U-Boote für Vietnam statt Venezuela - Russlands Presse

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    MOSKAU, 27. April (RIA Novosti). Der russische Schiffsbauer Admiraltejskije Werfi wird für Vietnam sechs U-Boote der Kilo-Klasse im Gesamtwert von 1,8 Milliarden US-Dollar bauen, berichten russische Zeitungen am Montag.

    Ursprünglich wurde angenommen, dass der Endabnehmer der U-Boote Venezuela sein werde, aber der russische Waffenexporteur Rosoboronexport verzichtete auf einen Vertrag mit dem Land. Offenbar spielte bei der Entscheidung auch das jüngste Treffen von Venezuelas Präsident Hugo Chavez mit US-Präsident Barack Obama eine Rolle.

    Laut zwei Quellen aus dem Umfeld des staatlichen Waffenexporteurs Rosoboronexport beträgt der Preis eines U-Boots des Projekts 636 (gilt als eines der geräuschlosesten U-Boote in der Welt) ca. 300 Millionen Dollar. Die Bauzeit wird nicht angegeben, doch ab 2007 baut die Werft zwei ähnliche Boote für Algerien, deren Übergabe für 2009 und 2010 geplant ist.

    Der Bau von sechs U-Booten sei ein kostspieliger Vertrag, sagt Konstantin Makijenko vom Zentrum für Strategien- und Technologien-Analyse (Moskau). Um so überraschender sei es, dass letztendlich Vietnam als Auftraggeber auftrete, fügt der Experte hinzu.

    Bis zuletzt galt Venezuela als der wahrscheinlichste Abnehmer der russischen Kilo-Klasse-U-Boote, Rosoboronexport verhandelte mit dem Land seit 2007. Venezuelas Seestreitkräfte erklärten, das Land brauche die russischen U-Boote zur Kontrolle der Schelfzone, in der Erdöl gewonnen werde.

    Wie jedoch Quellen behaupten, ebbten die Verhandlungen mit Venezuela ab: Zuerst sprach das Land von seiner Bereitschaft, gleich neun U-Boote zu kaufen, dann war die Rede von lediglich sechs, in letzter Zeit überhaupt von höchstens drei bis vier Booten.

    Eine Rolle bei der Auflösung des Vertrags mit Venezuela habe das April-Treffen von Hugo Chavez mit Barack Obama beim Amerika-Gipfel gespielt, sagt ein Gesprächspartner der "Kommersant" aus dem Umfeld von Rosoboronexport. Damals sei Chavez, der einen Monat zuvor den neuen US-Präsidenten einen "Flegel" genannt habe, als erster an Obama herangetreten und habe ihm die Hand "zum historischen Händedruck" gereicht.

    Zwei Manager aus der russischen Rüstungsindustrie teilten der "Wedomosti" mit, dass über die Lieferung von weiteren vier U-Booten des Projekts 636 mit Ägypten verhandelt werde.

    Kämen diese Vereinbarungen zustande, sagt Makijenko, so würden sie Russland eine führende Position in der Welt sichern, was den Export von U-Booten mit Dieselantrieb betreffe, und das nach einer gewissen Pause der letzten Jahre, als es Frankreich gelang, Verträge über die Lieferungen von Scorpene-Booten an Malaysia, Indien und Brasilien zu schließen.

    Quellen: "Kommersant", "Wedomosti" vom 27.04.09.

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