08:12 22 Februar 2018
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    Raketenschild: Pentagon hält Radar in Russland für möglich

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    Ein Teil des US-Raketenschilds kann laut Pentagon-Chef Robert Gates in Russland installiert werden, weil Moskau nunmehr über die zunehmend von Iran ausgehende Raketengefahr beunruhigt sei.

    MOSKAU, 10. Juni (RIA Novosti). Ein Teil des US-Raketenschilds kann laut Pentagon-Chef Robert Gates in Russland installiert werden, weil Moskau nunmehr über die zunehmend von Iran ausgehende Raketengefahr beunruhigt sei.

    „Die Russen haben uns in Bezug auf die mögliche iranische Bedrohung Recht gegeben und anerkannt, dass sie sich diesbezüglich geirrt haben“, sagte Gates am Dienstag in Washington nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. „Ich hoffe, dass wir uns darauf stützen können.“ Die Stationierung eines US-Radars oder von Datenaustauschzentren in Russland sei als Option im Gespräch, sagte er in einer Rede vor dem Haushaltsausschuss des US-Senats.

    Dabei berief sich Gates auf sein Treffen mit dem jetzigen Premierminister Wladimir Putin als dieser noch russischer Staatspräsident war. Über den Zeitpunkt und Ort des Treffens machte Gates keine Angaben, sagte nur, dass dabei die umstrittene Raketenwehr erörtert worden sei. Putin habe die Überlegung abgelehnt, dass Iran bis 2020 eine Rakete bauen kann, die bis Westeuropa reichen und einen großen Teil Russlands gefährden würde, erzählte Gates. Als Beweis „zeigte er mir eine Karte, die von russischen Geheimdiensten erstellt wurde. Ich riet ihm daraufhin, lieber einen neuen Sicherheitsdienst zu gründen.“

    Die USA wollen Abfangraketen in Polen und eine Radaranlage in Tschechien stationieren. Das sei eine Sicherheitsmaßnahme gegen einen eventuellen Raketenangriff aus Iran, so die Begründung. Russland sieht den Raketenschild gegen sich gerichtet, weil der Radar in Tschechien das russische Gebiet bis zum Ural-Gebirge erfassen kann.

    Als Lösung schlug Moskau vor, die russische Radarstation in Aserbaidschan gemeinsam zu nutzen. Die bisherige US-Administration unter George W. Bush lehnte diesen Vorschlag ab. Der russische Präsident Dmitri Medwedew drohte im vergangenen November, in der Ostsee-Exklave Kaliningrad die neusten Kurzstreckenraketen Iskander (Reichweite bis 500 Kilometer) aufzustellen, um das US-Abwehrsystem im Kriegsfall neutralisieren zu können. Später räumte Medwedew ein, dass Russland von der Aufstellung der Iskander-Raketen absehen würde, wenn die USA ihre ABM-Pläne für Osteuropa aufgäben.

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