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    Medwedew macht Waffenabbau von Verzicht der USA auf Raketenabwehr abhängig (Zusammenfassung)

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    Die Reduzierung der russischen Offensivrüstungen hängt von der Position der USA zur geplanten Raketenabwehr in Europa ab.

    MOSKAU/AMSTERDAM, 20. Juni (RIA Novosti). Die Reduzierung der russischen Offensivrüstungen hängt von der Position der USA zur geplanten Raketenabwehr in Europa ab.

    Das geht aus einer am Samstag in Moskau vom Kreml veröffentlichten Erklärung des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew hervor. "Die USA sollten die russische Besorgnis über die geplante Aufstellung eines Raketenabwehrsystems in Europa zerstreuen ... Im neuen START-Vertrag soll ein Zusammenhang zwischen den strategischen Offensiv- und den Verteidigungswaffen festgehalten werden", betonte der russische Präsident.

    "Wir können die US-Pläne zur Aufstellung einer globalen Raketenabwehr nicht akzeptieren. Ich möchte ein weiteres Mal betonen, dass die von uns vorgeschlagenen Reduzierungen möglich werden, erst wenn die USA die Besorgnis Russlands zerstreuen", heißt es in der Erklärung.

    Auf einer Pressekonferenz in Amsterdam, wo er zu einem Besuch weilt, sagte das russische Staatsoberhaupt am Samstag, dass Moskau zu einer bedeutenden Reduzierung der Zahl strategischer Trägermittel bereit wäre. Er rechne damit, dass sein Treffen mit US-Präsident Barack Obama im Juli in Moskau die Gespräche über ein neues START-Abkommen voranbringen werde, sagte Medwedew.

    Die Zahl der strategischen Trägermittel solle auf einen Bruchteil der vom START-1-Vertrag vorgesehenen Kapazitäten zurückgehen. "Auch die Zahl der Gefechtsköpfe soll unter das im Moskauer Vertrag im Jahr 2002 festgeschriebene Niveau reduziert werden ... Wir sind für einen realen, effektiven und verifizierbaren Abbau (von Rüstungen)."

    Der gültige START-Vertrag läuft am 5. Dezember 2009 ab. Das 1991 unterzeichnete Dokument verpflichtet Moskau und Washington, die strategischen Atomkräfte von je 10 000 auf 6 000 Gefechtsköpfe zu reduzieren. 1993 wurde der START-2-Vertrag signiert, nach dem die Zahl der Gefechtsköpfe noch stärker reduziert werden sollte. 2002 stieg Russland aus diesem Vertag aus, nachdem die USA den 1972 geschlossenen Vertrag über die Begrenzung der Raketenabwehrsysteme einseitig aufgekündigt hatten.

    2002 unterzeichneten Moskau und Washington einen Vertrag über strategische Offensivpotenziale, wonach die Zahl der Gefechtsköpfe auf jeder Seite zum 31. Dezember 2012 auf 1700 bis 2200 Stück reduziert werden soll.

    Bei einem Treffen in London am 1. April dieses Jahres kamen Medwedew und Obama darin überein, Verhandlungen über den Abschluss eines neuen START-Abkommens aufzunehmen. Geplant ist, die Zahl der Gefechtsköpfe auf ein niedrigeres Niveau zu drücken, als im Vertrag über strategische Offensivpotenziale festgeschrieben ist.

    Bislang fanden zwei Gesprächsrunden statt (19./20. Mai in Moskau und 1./3. Juni in Genf). Die dritte Runde ist für 23./24. Juni in Genf geplant.