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    Kaukasus-Konflikt auf dem Schwarzen Meer? - Russlands Presse

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). Die abchasische Marine hat den Befehl erhalten, mit Hilfe von Waffen ein "auf Piratenart vorgenommenes" Eindringen georgischer Kriegsschiffe in abchasische Hoheitsgewässer zu unterbinden. Darüber schreiben russische Zeitungen am Donnerstag.

    Wie der Präsident der Kaukasus-Republik, Sergej Bagapsch, sagte, sind die russische Flotte und Küstenwache hierbei nicht nötig.

    Georgiens Grenzschutz hat seit Jahresanfang bereits 23 Schiffe mit Kurs auf abchasische Häfen festgehalten. Diese Woche hatte ein Gericht in Kutaissi den Kapitän des türkischen Tankers "Buket", der Dieseltreibstoffe nach Abchasien lieferte, wegen "Schmuggels" zu 24 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

    Laut dem Marine-Experten Michail Barabanow hat Abchasien eine Chance, den georgischen Küstenschutz zu bekämpfen. Dies sei möglich, nachdem die russischen Landetruppen im vergangenen Jahr während des Konflikts mit Georgien die größten georgischen Kampfschiffe in der Hafenstadt Poti - die Raketenschnellboote "Dioskuria" und "Tbilissi" - versenkt hatten.

    Doch dem Experten zufolge wird der russische Küstenschutz den Kampf gegen die georgischen Überfälle auf hoher See übernehmen. Diese Grenztruppen sind gemäß einem russisch-abchasischen Abkommen bereit, die Hoheitsgewässer des von Russland anerkannten Staats zu schützen.

    "Es bestehen Abkommen mit Russland über den Grenzschutz. Wenn wir überfallen werden, glaube ich nicht, dass Russland zusehen würde", erklärte der Außenminister der Republik, Sergej Schamba. Über Georgiens "Piraterie" werde die abchasische Delegation, so Schamba, bei einer neuen Runde der Genfer Gespräche über die Sicherheit in Transkaukasien (17. - 18. September) sprechen. "Wenn das nicht hilft, werden wir das Problem, ebenso wie in den vorausgegangenen Jahren, unter Anwendung von Gewalt lösen müssen", sagte der Minister.

    Laut internationalen Richtlinien haben Frachter das Recht, die Hoheitsgewässer der Küstenstaaten friedlich zu durchfahren, sagt der Präsident des Verbands der ukrainischen Reedereien, Igor Lander. Aber die georgische Seite halte nach Abchasien fahrende Schiffe unter dem Vorwand fest, dass sie "Schmuggelware" befördern. Verantwortungsvolle Reeder würden deshalb ihre Schiffe wohl kaum in Abchasiens Hocheitsgewässer entsenden, weil die militärischen Risiken zu hoch seien.

    Doch der georgische Militärexperte Irakli Sessiaschwili ist überzeugt: "Eine wie auch immer geartete Konfrontation auf hoher See ist ausgeschlossen. Und ausländische Kriegsschiffe, die in die georgischen Hoheitsgewässer zu Besuch einlaufen, legen meist in Poti und Batumi an, das heißt in deutlicher Entfernung von Abchasien."

    Quellen: "Wedomosti", "Gaseta" vom 03.09.09.

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