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    Russland beginnt Militärreform mit Schwarzmeerflotte - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). In Russland beginnt die erste Phase der Militärreform, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru" am Donnerstag.

    In Zukunft werden die Schwarzmeerflotte und die Kaspische Kriegsflottille dem Chef des Nordkaukasischen Militärbezirks unterstellt, sie sollen einsatzbereite Flottenkommandos werden.

    Dem einzigen Militärbezirk in der russischen Armee, deren Flotte und Schiffe am Krieg mit Georgien teilnahmen, würde das zupass kommen, sagt ein Experte.

    Als Präsident Dmitri Medwedew im Juli in Noworossisk ein Fazit zum "Kaukasus-2009"-Manöver zog, betonte er, dass die Hauptaufgabe darin bestand, das Zusammenspiel der behördenübergreifenden Verwaltung der unterschiedlichen Truppengruppierungen in der Region zu prüfen.

    Wie der Militärexperte Pawel Felgengauer erläutert, ist die Schaffung eines Systems von Einsatzkommandos das Hauptanliegen der Militärreform von Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow. Als Vorbild würden die US-Streitkräfte dienen, wo den verschieden unterstellten Einsatzkommandos die unterschiedlichen Truppenkomponenten vorstehen können.

    Dieses System gebe es bereits im Gebiet Kaliningrad, erwähnt der Experte, wo die Baltische Flotte einen Verband befehligt, dem neben den Schiffen auch Boden- und Küstentruppen, die Marineflieger und die Luftverteidigung angehören.

    "Da die russischen Flotten und Flottillen im Vergleich mit denen der Sowjetunion klein sind, ist es sinnvoll, zum Beispiel die Schwarzmeerflotte und die Kaspische Kriegsflottille dem Nordkaukasischen Militärbezirk in operativer Hinsicht zu unterstellen", findet Felgengauer. Am Moskauer Arbat-Platz (Sitz des Verteidigungsministeriums) wolle man, mutmaßt er, ein "vollwertiges operatives Kommando" im Süden schaffen.

    Der Experte ist überzeugt, dass diese Reform mit dem möglichen Abzug der Schwarzmeerflotte aus Sewastopol nach Noworossisk, wo bis 2016 eine Flottenbasis entstehen soll, nicht in Verbindung stehe.

    "Die Flotte bleibt in Sewastopol, und in dieser Hinsicht besteht in Militärkreisen ein bestimmter Konsens. Russland wird auf die Verlängerung der Pacht in der Ukraine hinwirken, die 2017 abläuft", berichtete Felgengauer. "Vom Festland aus ist die Schwarzmeerflotte in Sewastopol absolut ungeschützt: Im Krim-Krieg musste die Flotte erzwungenermaßen versenkt werden, während des Großen Vaterländischen Krieges verließen die Schiffe den Hafen. Wenn Russland beabsichtigt, die Stadt zu behaupten, wird es einen Stützpunkt außerhalb der Stadt benötigen."