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    Russischer Experte befürchtet Satellitenwaffen als Ersatz für US-Raketenschirm

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    Die USA geben ABM-Pläne für Osteuropa auf. Der russische Militärexperte Leonid Iwaschow befürchtet, dass das Pentagon den Verzicht auf den Raketenschild durch Kampfsatelliten oder Laserwaffen ausgleichen wird.

    MOSKAU, 17. September (RIA Novosti). Die USA geben ABM-Pläne für Osteuropa auf. Der russische Militärexperte Leonid Iwaschow befürchtet, dass das Pentagon den Verzicht auf den Raketenschild durch Kampfsatelliten oder Laserwaffen ausgleichen wird.

    Der tschechische Ministerpräsident Jan Fischer hatte am Donnerstag auf einer Sonderpressekonferenz in Prag bisherige Medienberichte bestätigt, dass die USA auf die Stationierung eines Radars in Tschechien und von zehn Abfangraketen in Polen verzichten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters soll US-Präsident Barack Obama noch am heutigen Donnerstag eine offizielle Erklärung darüber abgeben.

    Die Amerikaner könnten ihre Raketenabwehr in einer anderen Region oder sogar im All aufstellen, um Russland damit doch abzudecken, kommentierte Leonid Iwaschow, Präsident der Moskauer Akademie der geopolitischen Probleme und ehemaliger Chef der Hauptverwaltung für internationale Zusammenarbeit im russischen Verteidigungsministerium.

    Nach seinen Angaben basteln die USA derzeit an drei weltraumgestützten Angriffssystemen. Zudem könnte das Pentagon mit Laserwaffen ausgestattete Boeing-Flugzeuge einsetzen, die bereits vor zwei Jahren getestet worden waren.

    Den möglichen Verzicht auf den Raketenschirm sieht der Experte als ein politisches Täuschmanöver. Die Amerikaner würden ihre Pläne wieder aufgreifen, sobald es für sie nötig werde. Deshalb sollte Russland die ABM-Frage an den neuen Vertrag über den Abbau strategischer Offensivwaffen mit den USA knüpfen.

    Auf die Frage, warum die USA die ABM-Pläne auf Eis legen, mutmaßte Iwaschow, dass einer der Beweggründe die Vereinbarung mit Russland vom 1. April auf eine Reduzierung der Sprengköpfe gewesen sei. Zudem gebe es in Europa immer mehr ABM-Gegner, die nicht ins Fadenkreuz russischer Raketen geraten wollten. Auch die andauernde Wirtschaftskrise habe mit Sicherheit eine Rolle gespielt.

    Die US-Administration unter George W. Bush wollte Abfangraketen in Polen und eine Radaranlage in Tschechien stationieren. Damals begründete die Bush-Regierung das umstrittene Vorhaben als Sicherheitsmaßnahme gegen einen eventuellen Raketenangriff aus Iran. Russland sieht den Raketenschild gegen sich gerichtet, weil der Radar in Tschechien russisches Gebiet bis zum Ural-Gebirge erfassen könnte.

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