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    Russlands Verzicht auf Raketen in Kaliningrad übereilt - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Trotz des von US-Präsident Barack Obama verkündeten Verzichts auf die Raketenabwehr in Polen und Tschechien ist die Euphorie unter russischen Politikern verfrüht, heißt es in der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    MOSKAU, 02. Oktober (RIA Novosti). Trotz des von US-Präsident Barack Obama verkündeten Verzichts auf die Raketenabwehr in Polen und Tschechien ist die Euphorie unter russischen Politikern verfrüht, heißt es in der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    In seinem Artikel behandelt Juri Derjabin, Leiter des Zentrums Nordeuropa am Europa-Institut der Russischen Wissenschaftsakademie, das Thema ausführlicher. Er betont, dass Obama keineswegs erklärte, die USA würden auf das Raketenabwehrsystem (ABM) in Europa endgültig verzichten. Die Rede ist nur von einem anderen Herangehen und wie ein technologisch höher entwickeltes System geschaffen werden kann.

    Gemeint sind Aegis-Systeme auf Schiffen, SM3-Abfangraketen und THAAD-Raketenabwehrsysteme auf dem Festland. Diese mobilen Raketen wären in vieler Hinsicht für die Iskander-Kurzstreckenraketen unverwundbar, deren Aufstellung im Gebiet Kaliningrad als Antwort erwogen wurde, dass in Osteuropa der dritte Stellungsraum des US-Raketenabwehrsystems entstehen könnte.

    Unter Nordeuropa verstehen die Amerikaner vor allem die Ostsee. Das heißt eine Region, die an Russland unmittelbar grenzt, was bereits einige Experten beunruhigt, vor allem finnische. So nimmt Juha-Antero Puistola von der finnischen Armeeuniversität in der Zeitung "Helsingin Sanomat" an, dass die Rede von der Möglichkeit des Aufkommens neuer Abfangraketen in der Ostsee sei.

    Allerdings behauptet er, vom russischen Standpunkt aus wäre die Nutzung der Ostsee als Bestandteil des US-Raketenabwehrsystems "für Russland ein kleineres Übel als die ständigen Stützpunkte in Polen oder Tschechien".

    In jedem Fall können die Pläne, die Ostsee in die US-Raketenabwehr einzubeziehen, die militärisch-strategische Situation in Nordeuropa schwieriger machen. Und nicht nur dort. Hat sich Moskau nicht mit der Erklärung übereilt, auf die Aufstellung von Iskander-Raketen im Gebiet Kaliningrad zu verzichten?

    Die Systeme, die im Ostseeraum installiert werden sollen, können nämlich nicht nur gegen taktische Raketen, sondern auch gegen einzeln lenkbare Mehrfachsprengköpfe von Interkontinentalraketen eingesetzt werden.

    Bei dieser Variante wird der gesamte europäische Teil Russlands, in dem der Hauptteil der strategischen Raketentruppen stationiert ist, für unsere Freundfeinde völlig transparent sein.

     

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