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    Russland nutzt US-Erfahrungen für neue Atomstrategie - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Russlands erneuerte Militärdoktrin wird Anwendung von Atomwaffen in einem großen, einem regionalen und selbst einem lokalen Krieg zulassen, heißt es in der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    MOSKAU, 20. Oktober (RIA Novosti). Russlands erneuerte Militärdoktrin wird Anwendung von Atomwaffen in einem großen, einem regionalen und selbst einem lokalen Krieg zulassen, heißt es in der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Alexej Fenenko vom Institut für internationale Sicherheitsfragen (Russische Akademie der Wissenschaften), behandelt das Thema ausführlicher. Wie er schreibt, nähert sich die Atomstrategie Russlands immer mehr den Standards der nuklearen Politik der USA an.

    Erstmals in der Geschichte haben Russlands potenzielle Gegner eine Überlegenheit bei den konventionellen Streitkräften. Die Nato-Erweiterung hat bewiesen, dass sich die Tatsache, dass Russland strategische Atomwaffen hat, schwer in politische Vorteile ummünzen lässt.

    Der Fünftagekrieg in Südossetien bestätigte, dass die USA eine Einmischung in einen Konflikt im postsowjetischen Raum nicht ausschließen. Das verlangt von Moskau eine Senkung der atomaren Schwelle. Dabei können die US-Erfahrungen eines "flexiblen Reagierens" für Russland eventuell nützlich sein.

    Erstens hat das "flexible Reagieren" die Zuverlässigkeit der US-Politik der nuklearen Abschreckung der Sowjetunion erhöht. Im Rahmen dieser Strategie erarbeiteten die US-Politologen ihr System der "Eskalationsstufen". Bewaffnete Konflikte wurden in mehrere Typen geteilt, von denen jeder den Einsatz der entsprechenden Teilstreitkräfte, darunter die taktischen Atomwaffen, voraussetzte.

    Zweitens entwickelten die Amerikaner im Rahmen des "flexiblen Reagierens" die Strategie der Eskalationskontrolle. Den US-Streitkräften in Europa wurden die Aufgaben gestellt, eine sowjetische Panzeroffensive abzuwehren, die Überlegenheit in der Luft beizubehalten und den Konflikt nicht über die Grenzen eines lokalen Kriegsschauplatzes auszudehnen.

    Im äußersten Fall wurde eine demonstrative Anwendung taktischer Atomwaffen zugelassen, damit sich der Gegner vor der Wahl zwischen einem Atomwaffenkrieg und einem ehrenhaften Friedensschluss sieht.

    Drittens hat das Konzept "flexibles Reagieren" im Militärwesen eine Revolution vollbracht. Die Strategie der Exkalationskontrolle zwang das Pentagon zur Entwicklung von Präzisionswaffen, Informationsraumsystemen usw.

    Doch birgt das Konzept auch nicht unbedeutende Gefahren in sich. In den 1960er Jahren lernten die USA, aus der Veröffentlichung von Szenarien eines begrenzten Atomwaffeneinsatzes politische Vorteile zu ziehen, ohne es bis zu einer wirklichen Kollision zu treiben. Wird Russland in der Lage sein, ein ebenso feines militärisch-politisches Spiel zu spielen?

     

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