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    Westen droht mit mehr Härte: Iran soll angeblich Atombombenzünder entwickeln - Russlands Presse

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    Nach Angaben der britischen "Times" fehlt dem Iran nur noch ein Zünder für die Kernspaltung, um eine vollwertige Atombombe bauen zu können. Darüber berichten russische Zeitungen am Montag und am Dienstag

    MOSKAU, 15. Dezember (RIA Novosti). Nach Angaben der britischen "Times" fehlt dem Iran nur noch ein Zünder für die Kernspaltung, um eine vollwertige Atombombe bauen zu können. Darüber berichten russische Zeitungen am Montag und am Dienstag.

    Die „Times" beruft sich dabei auf Angaben eines westlichen Nachrichtendienstes, dem angeblich ein Bericht von iranischen Experten, die sich mit der Entwicklung eines Neutronenzünders befassen sollen, in die Hände gefallen ist. Diese Nachricht widerspricht den Erkenntnissen der US-Nachrichtendienste, die schon früher erklärten, Iran habe bereits 2003 das Programm für den Bau einer Atombombe gestoppt. Russische Experten betrachten das "Duchsickern der Informationen" als Teil einer Kampagne, die Teheran unter Druck setzen soll.

    Der in Farsi geschriebene und undatierte Bericht heißt "Übersicht zu mit Neutronen verbundenen Spezialarbeiten für die nächsten vier Jahre". Er wurde von zwei voneinander unabhängig arbeitenden Übersetzern ins Englische übertragen und dann zu einem gemeinsamen Dokument verarbeitet. Aus dem Text könnte der Schluss gezogen werden, dass die iranischen Atomforscher Varianten der Entwicklung eines Neutroneninitiators vorbereiten, der nach der Auslösung der Explosion keine reaktive Verschmutzung hinterlassen würde: Diese würde IAEO-Inspektoren ohne weiteres entdecken können.

    Für die Herstellung des Zünders wollen die Iraner angeblich Urandeuterid benutzen. Diesen Stoff verwendete Pakistan für die Entwicklung seiner Atombombe, eine Zeitlang hätten iranische Experten gerade zu den pakistanischen Know-how in diesem Bereich Zugang gehabt, wie daran Anton Chlopkow, Leiter des Moskauer Zentrums für Energie und Sicherheit, erinnert.

    Iran: Friedliche Atomenergie oder Atomwaffen? INFOgraphiken

    Ihm drängt sich jedoch die Frage auf: "Warum haben die zuständigen Behörden, die diese Dokumente sicherlich nicht erst heute oder gestern bekommen haben, beschlossen, diese Informationen der 'Times' gerade jetzt 'zuzustecken'?" Wie der Experte sagte, "kann das einen Vorwand für die stärker werdende  Kampagne gegen Iran abgeben".

    "Nach der amerikanischen Invasion in den Irak im Jahr 2003 mussten die iranischen Behörden ihre Waffenprogramme stoppen, selbst wenn sie daran interessiert sein sollten, an Technologien für die Entwicklung eines Neutroneninitiators zu kommen", so der Experte.

    Vor zwei Jahren bestätigten die US-Nachrichtendienste, Teheran habe 2003 die Arbeiten eingestellt, merkten jedoch an: Es bestehe eine nur "mäßige Sicherheit", dass die Entwicklungen nicht spätestens Mitte 2007 wieder aufgenommen worden seien.

    Trotz der vorliegenden Verdächtigungen lasse sich sehr schwer ein endgültiger Beweis dafür finden, dass Iran ein militärisches Nuklearprogramm habe, stellt Vitali Fedtschenko, Experte des Internationalen Friedensforschungsinstituts in Stockholm, fest.

    Deshalb habe die IAEO im Jahr 2005 Ansprüche an Iran erhoben, und zwar wegen der Entwicklung von Polonium-Beryllium-Neutronenzündern. Doch habe Teheran es damals verstanden, dafür eine Erklärung vorzulegen. Anfang 2008 sei die Frage geschlossen worden.

    Quellen: "Gazeta.Ru" vom 14.12.09 und "Nesawissimaja Gaseta" vom 15.12.09.

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