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    Iran fordert Entschädigung für sowjetische Besatzung - „Gaseta“

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    Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat gestern seine Regierung beauftragt, die Sachschäden der Truppen der Anti-Hitler-Koalition (Sowjetunion, USA und Großbritannien) einzuschätzen, berichtet die Zeitung „Gaseta" am Dienstag.

    MOSKAU, 22. Dezember (RIA Novosti). Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat gestern seine Regierung beauftragt, die Sachschäden der Truppen der Anti-Hitler-Koalition (Sowjetunion, USA und Großbritannien) einzuschätzen, berichtet die Zeitung „Gaseta" am Dienstag.

    Der iranische Präsident will von den internationalen Institutionen eine Entschädigung „zur Wiederherstellung der Rechte des iranischen Volkes" fordern. Experten zufolge hat Iran fast keine Chancen auf einen Erfolg.

    „Diejenigen, die Iran Verstöße gegen die Menschenrechte vorwerfen, hatten selbst schwere Verbrechen begangen und ein Diktat aufgezwungen. Sie sind für den Krieg, die Besatzung und Morde verantwortlich", sagte Ahmadinedschad.

    Historischen Dokumenten zufolge gibt es jedoch einige Gründe für seine Erklärungen. Sowjetrussland und Iran hatten 1920 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Ein Jahr später wurde ein Vertrag unterzeichnet, der der sowjetischen Regierung erlaubte, Truppen in den Iran zu schicken, um sich selbst verteidigen zu können.

    Von August bis September 1941 waren sowjetische und britische Truppen in den Iran geschickt worden. Damit wollten die beiden Staaten Nazi-Deutschland daran hindern, Iran als Aufmarschgebiet für den Krieg zu nutzen.

    1942 wurde ein Vertrag zwischen Großbritannien, der Sowjetunion und Iran unterzeichnet, der die Kooperation zwischen Iran und den Staaten der Anti-Hitler-Koalition gewährleistete. Laut dem Vertrag waren Moskau und London verpflichtet, ihre Truppen spätestens ein halbes Jahr nach der Beendigung der Kriegshandlungen zwischen den alliierten Mächten und den Staaten der Anti-Hitler-Koalition abzuziehen. Dennoch wurden die sowjetischen und die britischen Truppen im Mai 1946 aus dem Iran abgezogen, also ungefähr zwei Monate nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist.

    „Dieses Vorhaben hat null Perspektiven", so Sergej Michejew, Vizepräsident des Zentrums für politische Technologien. Ihm zufolge erinnert die Initiative von Ahmadinedschad an die Versuche der baltischen Staaten, von Russland eine Entschädigung für den Molotow-Ribbentrop-Pakt zu bekommen, sowie an die Bemühungen der Ukraine um Anerkennung des Holodomors (Hungersnot) als Genozid. Solche Schritte hätten einen gewissen PR-Effekt, aber keinen materiellen Vorteil.

    „Ahmadinedschad tauscht nur Worte mit der Weltgemeinschaft. Er wird der Nichteinhaltung der Menschenrechte im Iran beschuldigt. Anschließend spricht er  vorwurfsvoll von der Besatzung - nichts mehr", so Michejew.

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