16:46 18 August 2017
SNA Radio
    Militär

    Atomwaffensperrvertrag ohne START-2 vor dem Aus? - Russlands Presse

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    Russland erhofft sich viel von dem Abrüstungsabkommen mit den USA, das den am 5. Dezember abgelaufenen START-1-Vertrag ersetzen soll, schreiben russische Zeitungen am Dienstag und Mittwoch.

    MOSKAU, 23. Dezember (RIA Novosti). Russland erhofft sich viel von dem Abrüstungsabkommen mit den USA, das den am 5. Dezember abgelaufenen START-1-Vertrag ersetzen soll, schreiben russische Zeitungen am Dienstag und Mittwoch.

    Am Dienstag erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass das neue Dokument "radikale, beispiellose Reduzierungen der strategischen Offensivwaffen vorsehen wird".

    Lawrow nannte allerdings keine konkreten Zahlen und ließ die Frage offen, von welchem Stand die Seiten bei den Begrenzungen ausgehen werden. Bei ihrem Moskauer Treffen im Juli einigten sich die Präsidenten Barack Obama und Dmitri Medwedew auf eine Reduzierung auf 1500 bis 1675 Gefechtsköpfe. Gegenüber dem START-1-Vertrag von 1991 macht eine solche Reduzierung mehr als ein Drittel der Arsenale beider Staaten - an die 525 bis 700 Gefechtsköpfe - aus.

    Doch der 2002 geschlossene Vertrag über die Reduzierung der Offensivwaffen legte die Obergrenze der Gefechtsköpfe auf 1700 bis 2200 fest. Somit hätte die vor sechs Monaten diskutierte minimale Reduzierung lediglich 25 Gefechtsköpfe betragen.

    Wie eine mit dem Verhandlungsverlauf in Genf vertraute Quelle mitteilt, hätten die Seiten einen Kompromiss gefunden. Als Höchstgrenze seien 550 bis 800 Trägern im Gespräch, ohne jedoch eine genaue Zahl zu nennen. "Wie es in solchen Fällen heißt: Ist der Vertrag nicht komplett abgestimmt, so ist nichts abgestimmt. Im Textentwurf gibt es einige Engpässe, die eine Paketlösung erfordern könnten. Dann könnte die vereinbarte Zahl ein wenig verschwimmen", so die Quelle.

    Dr. Alexej Arbatow, Leiter des Zentrums für internationale Sicherheit am Moskauer Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen (IMEMO), ist überzeugt, dass die Verzögerung der Unterzeichnung eines neuen START-Vertrags den Mechanismus der atomaren Abschreckung weltweit zerrüttet. "Das ist ein kolossales politisches Missverständnis", sagte der Experte. Ihm zufolge macht das Fehlen eines gültigen Vertrags "die internationale Konferenz über die atomare Nichtweiterverbreitung sinnlos".

    Auf einer Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags, die im Mai 2010 in New York stattfinden soll, hoffen die USA, den START-2-Vertrag als Garantie dessen darzustellen, dass sich der Klub der Atommächte nach wie vor für einen globalen Abbau der atomaren Gefahren einsetze.

    Iran hat das Fehlen des Vertrags bereits genutzt, um den Atomwaffenmächten vorzuwerfen, sie wollten keine Abrüstung. Am Dienstag verkündete der iranische Atomunterhändler Said Dschalili in Tokio, dass eine allgemeine nukleare Abrüstung erforderlich sei.

    Am selben Tag sicherte Lawrow zu, dass alle das Abkommen betreffenden offenen Fragen "nach dem Neujahr endgültig geregelt sein werden".

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren