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    Chinas wachsender Militäretat beunruhigt Russland - „Kommersant“

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    China hat am Donnerstag seine diesjährigen Verteidigungsausgaben bekannt gegeben, schreibt die Zeitung „Kommersant" am Freitag.

    MOSKAU, 05. März (RIA Novosti). China hat am Donnerstag seine diesjährigen Verteidigungsausgaben bekannt gegeben, schreibt die Zeitung „Kommersant" am Freitag.

    Chinas Verteidigungsetat beläuft sich auf 532,115 Milliarden Yuan (rund 78 Milliarden US-Dollar) und liegt damit nur 7,5 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei hat die jährliche Steigerung der Militärausgaben in der vergangenen 20 Jahren mehr als zehn Prozent betragen. Experten zufolge ist der veröffentlichte Verteidigungsetat stark untertrieben.

    „Die genannten Zahlen berücksichtigen anscheinend keinen Waffenimport, der vermutlich durch Sonderfonds der Regierung finanziert wird", betonte Michail Barabanow, Chefredakteur des Fachmagazins „Moscow Defense Brief".

    „Der Militäretat erfasst zudem nicht einige Inlandskäufe, einen Teil der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Rüstungsindustrie sowie

    Ausgaben für Reservekomponenten und Mobilisierungsmaßnahmen, die in großem Maße aus lokalen Budgets finanziert werden", so Barabanow.

    Wirtschaftsexperten unterstreichen ebenfalls den künstlich gedrückten Yuan-Wechselkurs, wodurch die Militärausgaben noch größer werden. 2009 waren von Peking 7,5 Milliarden US-Dollar als Verteidigungsetat verkündet worden. Experten aus dem Pentagon zufolge beliefen sich die Ausgaben für Chinas Rüstungszwecke im vergangenen Jahr zwischen 105 und 150 Milliarden US-Dollar.

    Nach Angaben des Pentagons stieg der Rüstungsetat Chinas seit der 1989 verkündeten großangelegten Modernisierung der chinesischen Armee jährlich durchschnittlich um 12,9 Prozent.

    Laut David Shambaugh, Leiter des China Policy Program der George Washington University, kann der Rückgang des Wachstumstempos bedeuten, dass China das mit den Waffenprojekten verbundene kostspielige Modernisierungsprogramm beendet hat.

    Die chinesische Militärpolitik löst eindeutig Befürchtungen in Russland aus, dessen Rüstungsetat deutlich niedriger ist.

     „Bislang gibt es keine Gründe zu behaupten, dass die Militärprogramme Chinas gegen Russland gerichtet sind", sagte Konstantin Makijenko, Experte des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse.

    „Peking setzt verstärkt auf die Entwicklung der Luft- und Seestreitkräfte, es bereitet sich also anscheinend auf Operationen in den  Weltmeeren vor". Gleichzeitig liegt Russland bereits jetzt zweifellos hinter China hinsichtlich der landgestützten Waffen". Das bedeutet, dass Russland im Fall eines Konflikts nur seine eigenen strategischen Kräfte retten können.