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    Mehr Geld für Umbau der russischen Rüstungsindustrie gefordert - „Kommersant"

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    Vizepremier Sergej Iwanow hat am Freitag Präsident Dmitri Medwedew gebeten, zusätzlich jährlich umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Euro in die Reformierung der Rüstungsindustrie zu stecken, berichtet die Zeitung „Kommersant" vom Montag

    MOSKAU, 22. März (RIA Novosti). Vizepremier Sergej Iwanow hat am Freitag Präsident Dmitri Medwedew gebeten, zusätzlich jährlich umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Euro in die Reformierung der Rüstungsindustrie zu stecken, berichtet die Zeitung „Kommersant" vom Montag.

    Iwanow sagte, dass nur somit das staatliche Rüstungsprogramm für das kommende Jahrzehnt erfolgreich umgesetzt werde könne.

    Laut Experten hat der frühere Verteidigungsminister damit nur die Unfähigkeit der russischen Rüstungsindustrie bestätigt, in ihrem jetzigen Zustand mit den staatlichen Aufträgen fertig zu werden.

    Das staatliche Rüstungsprogramm bis 2020 ist bereits das vierte Dokument dieser Art in der postsowjetischen Zeit. Das erste Programm, das für den Zeitraum von 1996 bis 2005 gedacht war, geriet bereits nach einem Jahr nach dem Start ins Straucheln. Das Programm von 2001 bis 2010, das zu sehr auf die strategischen Atomkräfte setzte, erwies sich ebenfalls als kaum tragbar.

    Das aktuelle Rüstungsprogramm bis 2015 wurde im Oktober 2006 verabschiedet. Für dessen Verwirklichung wurden fast fünf Billionen Rubel bereitgestellt. Das Programm sieht unter anderem die Neuausrüstung von 40 Panzer-, 97 motorisierten Schützen- und 50 Luftlandebataillons sowie fünf Raketenbrigaden mit neuer und modernisierter Kampftechnik vor. Die Raketenbrigaden sollen 60 operativ-taktische Iskander-Raketensysteme bekommen.

    Die Marine soll 31 Schiffe, die Luftwaffe mehr als 1000 Flugzeuge und Hubschrauber bekommen. Doch bislang wurden nur einige Dutzend Maschinen gekauft. Nach dem Rüstungsprogramm bis 2015 sollen in diesem Jahr die massiven Einkäufe beginnen.

    Dieses Programm sei so oft umgestaltet und umgeschrieben worden, dass es keinen Sinn habe, zu diskutieren, ob es erfüllt werden könne oder nicht, sagt Michail Barabanow, Redakteur der Fachzeitschrift „Moscow Defense Brief". Beispielsweise waren die Einkäufe von 48 Su-35-Jagdflugzeugen und erst recht des französischen Mehrzweck-Hubschrauberträgers Mistral nicht darin enthalten, sagt der Experte.

    Das Problem der Umrüstung der russischen Armee sei durch die bloße Erhöhung der Ausgaben nicht zu lösen, sagt der russische Wirtschafts- und Militärexperte Wassili Sazepin. Das sei aber eine typische Methode von Iwanow. Die Pannentests der seegestützten ballistischen Interkontinentalrakete Bulawa zeugen von der Ineffizienz dieser Methode. Dabei ist die Bulawa das kostspieligste Projekt der russischen Rüstungsindustrie.

    2,5 Milliarden Euro Rubel pro Jahr seien mit Blick auf den Verfall der russischen Waffenschmieden keine besonders große Summe. Sie werde wahrscheinlich sogar zu gering sein, um die Rüstungsindustrie wiederzubeleben, so Barabanow. Diese Zahl ist dem Experten zufolge eher das traurige Eingeständnis, dass der Zustand der Industrie katastrophal sei.

    Auch Experte Andrej Frolow ist mit seinem Kollegen einverstanden. Das staatliche Rüstungsprogramm ist seit langem Geisel der eingeschränkten Möglichkeiten der russischen Rüstungsindustrie, vor allem bei High-Tech-Waffen, sagte er.

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