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    Blutige Metro-Anschläge: Kreml erwägt verschärfte Überwachung - „Kommersant"

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    Nach den Terroranschlägen auf die Moskauer Metro denkt der Kreml darüber nach, wie das Verkehrsnetz besser überwacht werden könnte, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Mittwoch.

    MOSKAU, 31. März (RIA Novosti). Nach den Terroranschlägen auf die Moskauer Metro denkt der Kreml darüber nach, wie das Verkehrsnetz besser überwacht werden könnte, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Mittwoch.

    Dazu sollen Gelder bereit gestellt werden. Wie jedoch Premier Wladimir Putin sagte, komme es nicht aufs Geld, sondern auf die Effizienz der vorgeschlagenen Maßnahmen an. Allerdings könnte die Regierung bei den Kosten für die verstärkte Sicherheit der Verkehrsmittel eine unangenehme Überraschung erleben.

    Das Verkehrsüberwachungssystem für Groß-London (TfL) wird seit 1999 aufgebaut, seine Grundlage bildete damals ein Netz von Überwachungskameras (CCTV): etwa 6000 Kameras in den U-Bahn-Stationen, speziell geschultes Personal und eine ungefähr 450 Mann starke Polizeisondereinheit.

    Der Umbau des Überwachungssystems nach den Terroranschlägen in der Londoner U-Bahn im Juli 2005 erforderte 13.000 Überwachungskameras, 50 Prozent mehr Personals, innovative Software zur automatischen Beobachtung der Fahrgäste und die Aufstockung von stichweisen Gepäckkontrollen sowie eine Werbekampagne für höhere Sicherheit von Fahrgästen.

    Im vergangenen Jahr wurde außerdem die Inbetriebnahme eines automatischen Systems zur Identifizierung von Gefahndeten aufgrund des Videobilds sowie das Scannen von Sprengstoffen erwogen. Doch wegen der hohen Kosten und der technischen Unzulänglichkeit wurde auf die Innovationen verzichtet.

    Im Herbst 2007 schätzte die britische Regierung die Ausgaben für die Modernisierung des Überwachungssystems auf 13 Milliarden Dollar. In Bezug auf das Londoner Verkehrsüberwachungssystem, das in privat-staatlicher Hand ist, wurden keine Zahlen genannt.

    Die Russische Eisenbahnen AG gibt in diesem Jahr für "antiterroristische Maßnahmen" 450 Millionen Rubel (1 Euro = 39,7 Rubel) aus, für eine größere Verkehrssicherheit sind 2,5 Milliarden Rubel eingeplant.

    Der Betreiber der Moskauer Metro veröffentlicht keine ähnlichen Rechenschaftsberichte, 2007 beliefen sich die Verkäufe auf 31 Milliarden Rubel bei einem Gewinn von rund 3 Milliarden Rubel, die geplanten Investitionen aus dem Stadthaushalt Moskaus in seine Entwicklung betrugen 2009 etwa 24 Milliarden Rubel. Laut Angaben der Axis-Gruppe bilden jetzt Beobachtungskameras in den Waggons den Kern des Überwachungssystems in der Moskauer Metro.

    Es liegt auf der Hand, dass die Summen, die zur Modernisierung der Sicherheitssysteme allein der Moskauer Metro notwendig sind, in keinem Verhältnis zu den Ausgaben Londons stehen. Die Moskauer Metro bekam für dieses Jahr kein Haushaltsgeld für den Ausbau des Verkehrsnetzes. Die größten "branchengebundenen" staatlichen Zielprogramme, bei denen Investitionen in die Sicherheitssysteme im Verkehrswesen - "Entwicklung des Verkehrssystems bis 2015" und "Anti-Terror" - vorgesehen sind, wurden 2008 bis 2009 zusammen mit anderen Zielprogrammen des Haushalts gekürzt.