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    Plutoniumvernichtung kostet Russland 2,5 Milliarden US-Dollar - Rosatom-Chef

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    Der Chef der russischen staatlichen Atomkorporation (Rosatom), Sergej Kirijenko, schätzt das nationale Programm zur Verwertung von überschüssigem Plutonium auf insgesamt 2,5 bis drei Milliarden US-Dollar.

    MOSKAU, 15. April (RIA Novosti). Der Chef der russischen staatlichen Atomkorporation (Rosatom), Sergej Kirijenko, schätzt das nationale Programm zur Verwertung von überschüssigem Plutonium auf insgesamt 2,5 bis drei Milliarden US-Dollar.

    Die USA und Russland wollen ihre Bestände an waffenfähigem Plutonium verringern. Beim Atomsicherheitsgipfel in Washington hatten die Außenminister beider Länder, Hillary Clinton und Sergej Lawrow, ein Protokoll zum diesbezüglichen Rahmenabkommen aus dem Jahr 2000 signiert. Demnach verpflichten sich die Seiten, je 34 Tonnen überschüssiges waffenfähiges Plutonium zu vernichten. Laut Protokoll stellen die USA bis zu 400 Millionen US-Dollar für das russische Programm bereit.

    „Der endgültige Wert des Programms wird mit dessen Umsetzung genau festgelegt… Wir veranschlagen das Programm auf 2,5 bis drei Milliarden US-Dollar“, sagte Kirijenko. Ihm zufolge ist der US-amerikanische Beitrag von 400 Millionen US-Dollar in der jeweiligen Summe mit inbegriffen.

    Laut dem Rosatom-Chef entspricht das neue Dokument den Interessen Russlands voll und ganz, denn es behalte die im Rahmenabkommen vom Jahr 2000 über die Plutoniumverwertung formulierten Ziele bei.

    Die Seiten würden ihr waffenfähiges Plutonium auf paritätischer Grundlage und unter gegenseitiger Kontrolle vernichten, so der Rosatom-Chef. Ihm zufolge würden die zu vernichtenden Mengen für mindestens 17 000 Sprengköpfe ausreichen.

    Russland erhalte jetzt die Möglichkeit, dieses Plutonium nicht in Leichtwasserreaktoren, sondern in Schnellen Brütern zu vernichten, was eine ganz andere Qualität und ganz andere wirtschaftlichen Folgen bedeute, so Kirijenko.

    Ihm zufolge würde die Vernichtung von Plutonium in Leichtwasserreaktoren das Energiepotenzial dieses Nuklearmaterials nicht vollständig ausschöpfen und wäre daher weder aus technischer noch aus ökonomischer Sicht zweckmäßig.

    Das neue Abkommen gestatte es, „die wichtigste Abrüstungsaufgabe zu lösen“, ohne die Aufmerksamkeit von der Hauptrichtung abzulenken.

    Russland setze in der Atomenergetik gerade auf Schnelle Brüter, ergänzte der Rosatom-Chef.