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    Russland-USA: Wettabrüsten geht weiter - "Kommersant"

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    Moskau und Washington haben sich dermaßen angenähert, dass sie keine Vorräte der „nichtfriedlichen" Atomenergie für den „schwarzen Tag" mehr brauchen, stellt die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag fest.

    MOSKAU, 15. April (RIA Novosti). Moskau und Washington haben sich dermaßen angenähert, dass sie keine Vorräte der „nichtfriedlichen" Atomenergie für den „schwarzen Tag" mehr brauchen, stellt die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag fest.

    Beim Gipfel für Atomsicherheit in Washington in dieser Woche hat der russische Präsident Dmitri Medwedew die Absicht bekannt gegeben, im April den letzten russischen Atommeiler für die Produktion des Waffenplutoniums zu schließen. Unmittelbar zuvor hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Hillary Clinton, ein Protokoll über die Entsorgung von je 34 Tonnen des überschüssigen Waffenplutoniums unterzeichnet. Russland wird dafür bis zu 2,5 Milliarden Dollar ausgeben. Weitere 400 Millionen Dollar bekommt es für diese Zwecke von den USA.

    Moskau und Washington hatten über die Entsorgung des Waffenplutoniums seit den 1990er Jahren verhandelt. Es wurden mehrere Abkommen unterzeichnet, aber die praktische Arbeit in dieser Richtung blieb aus. Dennoch hatten russische Experten bereits Anfang der 1990er Jahre zwei Wege zur Entsorgung angeboten - die Endlagerung nach der Vermischung mit anderem Atommüll und einer Sonderverarbeitung (um eine erneute Verwendung zu Militärzwecken zu verhindern) oder die Verarbeitung in AKW-Brennstoff.

    Im letzteren Fall war die Erzeugung eines gemischten Oxid-Brennstoffs aus Uran und Plutonium (MOX-Brennstoffs) vorgesehen. Andere Möglichkeiten (das Plutonium ins Weltall zu schicken, im Weltmeer zu versenken oder ohne Verarbeitung tief einzugraben) wurden als zwecklos angesehen. Dabei sind für die Endlagerung nach der Vermischung mit anderen Stoffen neue Technologien erforderlich, während für die Verwendung des MOX-Brennstoffs die jetzigen Meiler modernisiert werden müssen.

    Der einzige Reaktor, der für die Industrieproduktion des MOX-Brennstoffs geeignet ist, ist der BN-800-Meiler des AKWs Belojarskaja, der 2014 in Betrieb genommen werden soll. Die Brennelemente dafür soll das Forschungsinstitut für Atomreaktoren in der Stadt Dimitrowgrad (Gebiet Uljanowsk) entwickeln.

    Der ADE-2-Reaktor, der demnächst im Auftrag des Präsidenten geschlossen wird, ist bereits seit dem 25. Januar 1964 auf dem Gelände des einmaligen Bergbau- und Chemiekombinats in Schelesnogorsk (Region Krasnojarsk) in Betrieb. Dort wurde das Waffenplutonium (ungefähr 500 Kilogramm im Jahr) und seit 1966 auch die Elektro- und Heizenergie für die Stadt mit ihren 100 000 Einwohnern produziert. Seit 1995 erhielt der Betrieb keine staatlichen Rüstungsaufträge. Die Plutonium-Produktion wurde am 1. Juni 2009 eingestellt. Die Brennstoffvorräte reichen bis zum kommenden Sommer. In der ganzen Betriebszeit des Reaktors gab es keine Unfälle, aber allein im Jahr 2007 wurde er 13 Mal wegen diverser technischer Ausfälle kurzfristig außer Betrieb gesetzt. 

    Die Schließung des ADE-2-Meilers bedeutet nicht, dass Russland kein Waffenplutonium mehr herstellen kann, falls dieser Stoff benötigt werden sollte. Zu diesem Zweck muss nicht einmal ein neuer Reaktor gebaut werden, weil die BN-Meiler des AKW Belojarskaja für diese Technologie geeignet sind.

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