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    Russland baut Marinestützpunkt im syrischen Tartus fertig

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    Der russische Marinestützpunkt im syrischen Tartus ist für die Stationierung von Schiffen der Schwarzmeerflotte ausgebaut worden.

    MOSKAU, 23. April (RIA Novosti). Der russische Marinestützpunkt im syrischen Tartus ist für die Stationierung von Schiffen der Schwarzmeerflotte ausgebaut worden.

    Das teilte der Leiter des Zentrums für militärische Prognosen, Anatoli Zyganok, am Freitag mit. "Russland bereitete sich (bis zuletzt) auf den Abzug seiner Flotte von der (ukrainischen Halbinsel) Krim. Daher wurde der Stützpunkt in Tartus ausgebaut und wird weiter modernisiert. Ich denke, dass die Schwarzmeerflotte künftig auch in Syrien beheimatet sein wird", sagte der Experte.

    Bis zuletzt hatte der Stützpunkt aus drei schwimmenden Anlegestellen bestanden, von denen nur eine funktionstüchtig war. Im Juli 2009 wurde eine moderne schwimmende Anlegestelle von zwei Schiffen nach Syrien geschleppt.

    Zyganok zufolge hat ein neuer Marinestützpunkt, der zurzeit im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk gebaut wird, mehrere Nachteile, nicht zuletzt starke Winde und Eis im Winter. Dennoch solle die Basis zum Jahr 2020 fertiggebaut werden. Den Investitionsbedarf schätzte der Experte auf 50 Milliarden Rubel (1,3 Milliarden Euro).

    Im Hinblick auf die jüngste Unterzeichnung des russisch-ukrainischen Abkommens über die verlängerte Präsenz der Schwarzmeerflotte auf der Krim bis 2042 sprach sich Zyganok für eine engere militärtechnische Kooperation beider Länder aus. Es sei daran erinnert, dass 80 Prozent der russischen Raketen im ukrainischen Werk Juschmasch (Charkow) gebaut wurden. "Weder Russland noch die Ukraine ist in der Lage, der Europäischen Union oder der NATO beizutregen, und sollten deshalb eng mit einander kooperieren."

    Zyganok schloss nicht aus, dass der Hubschrauberträger der Mistral-Klasse, den Russland in Frankreich kaufen will, künftig auch im ukrainischen Nikolajew (in Lizenz) nachgebaut werden könnte. Vor dem Zerfall der Sowjetunion waren in Nikolajew Hubschrauber- und Flugzeugträger für die damalige Seekriegsflotte montiert worden.

    Zuvor hatte ein ranghoher Vertreter der russische Marine RIA Novosti mitgeteilt, dass die russische Flotte im syrischen Tartus einen "vollwertigen Stützpunkt" für Kriegsschiffe einrichten wolle, darunter auch für die Schwarzmeerflotte. Im Juli 2009 war gemeldet worden, dass Russland in Tartus einen Hafen als Stützpunkt für seine Marine ausbaue. Dieser solle in der Lage sein, alle russischen Kriegsschiffe zu versorgen, die im Golf von Aden und am Horn von Afrika zum Schutz der Schifffahrt vor Piraten eingesetzt werden, sagte damals ein Marineoffizier in einem Zeitungsinterview.

    Ausserdem ginge es Russland auch darum, die Präsenz seiner Marine im Mittelmeer zu zeigen. Der stellvertretende Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Generaloberst Anatoli Nogowizyn, unterstützte die Pläne, während das Verteidigungsministerium in Moskau sie stets dementierte.

    Tartus ist gegenwärtig der einzige Stützpunkt der russischen Marine außerhalb des GUS-Raumes. Mit dem Bau hatte die damalige Sowjetunion in den 1980ern begonnen. Das Ziel bestand darin, eine Basis für die Wartung und Versorgung von Schiffen des 5. operativen Geschwaders der sowjetischen Kriegsmarine einzurichten. 1991 wurde dieses Mittelmeer-Geschwader aufgelöst. Der Stützpunkt selbst wurde von der Marine mit einer Dauerbesatzung von 50 Mann bis heute weiter betrieben.

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