21:08 21 Januar 2018
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    Gates und Serdjukow zu engerer Zusammenarbeit bereit – „Nesawissimaja Gaseta"

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    Die Beziehungen Russland – USA im militärischen Bereich entwickeln sich rasant, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Die Beziehungen Russland – USA im militärischen Bereich entwickeln sich rasant, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Heute beginnt ein offizieller USA-Besuch von Russlands Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow, wo er mit seinem Amtskollegen Robert Gates verschiedene Aspekte der Umstrukturierung in den Streitkräften beider Länder sowie Mittel und Wege zu einer engeren Zusammenarbeit im militärischen Bereich und die aktuellsten Fragen der globalen und regionalen Sicherheit erörtern wird.

    Wie Quellen aus dem russischen Ministerium mitteilen, setze das neue Format der militärischen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern weit konkretere Maßnahmen und Handlungen als die offiziell angekündigten voraus. Wie aus dem Verteidigungsministerium verlautet, sei Anatoli Serdjukow bereit, neben Fragen der Militärreform in der russischen Armee, die in vieler Hinsicht nach Pentagon-Muster durchgeführt werde, den USA und ihren Verbündeten im Nato-Rahmen sogar engere Beziehungen als eine Partnerschaft vorzuschlagen. Der Minister werde Probleme der Abgrenzung der Einflussbereiche Moskaus und des Pentagon in Zentralasien und im Südkaukasus erörtern und konkret die im Russland-Nato-Rahmen eventuell vorzunehmende Entfaltung des Raketenabwehrsystems (ABM) gegen Iran zu erwägen.

    Diese Initiativen sind natürlich nicht neu. Doch könnte der seit vielen Jahren erste offizielle Besuch des russischen Verteidigungsministers ihnen neues Leben einhauchen.

    Die "Nesawissimaja Gaseta" schrieb bereits, dass dem Kreml nahe stehende Polittechnologen allen Ernstes einen möglichen Beitritt Russlands zum Nordatlantikpakt in Erwägung ziehen. Der geistige Vater eines solchen Vorschlags ist der Direktor des Moskauer Instituts für moderne Entwicklung Igor Jurgens, der zur Umgebung von Präsident Dmitri Medwedew gehört. Öffentlich sprach Jurgens von seiner Idee erstmalig am 28. Juli dieses Jahres in Washington, auf einer Round-Table-Konferenz zu den Perspektiven der russisch-amerikanischen Beziehungen. Mit neuem Eifer besprach Jurgens die These von Russlands möglicher Nato-Mitgliedschaft mit russischen und amerikanischen Politologen auf dem Politischen Weltforum, das in der vergangenen Woche in Jaroslawl stattfand.

    In Russlands Verteidigungsministerium wird besagte Idee bislang natürlich nicht ernst genommen. Doch habe Anatoli Serdjukow, wie der "Nesawissimaja Gaseta" eine Quelle aus diesem Amt mitteilte, vor seinem US-Besuch aus dem Kreml die Empfehlung bekommen, in Washington die militärischen Beziehungen zwischen beiden Ländern bedeutend zu erweitern und zu intensivieren. So lehne sich Moskau nicht mehr gegen eine umfangreichere Präsenz militärischer Kontingente von Nato-Ländern im postsowjetischen Raum auf. Während Moskau früher im Grunde gegen die Entfaltung von Militärstützpunkten und anderen Objekten der USA und der Nato in Zentralasien gewesen sei, habe es jetzt nichts dagegen, sich mit der Allianz die Einflussbereiche in dieser Region zu teilen.

    Dabei sagte Premier Wladimir Putin vor kurzem in einem Interview während seiner Reise durch den russischen Fernen Osten, er bemerke keine Anzeichen eines "Resets" in den Beziehungen zu den USA. Er äußerte Besorgnis darüber, dass Washington Georgien neu aufrüste und die Unterbringung von ABM-Teilen in einigen europäischen Ländern plane.

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