05:08 18 Juli 2018
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    Trotz Raketen-Lieferstopp: Moskau verzichtet nicht auf Kooperation mit Iran

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    Atomstreit mit Iran (1447)
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    Die Entscheidung von Präsident Dmitri Medwedew, die vereinbarte Lieferung von S-300-Abwehrraketen sowie den Transfer weiterer Rüstungen an den Iran auf Eis zu legen, bedeutet nicht den vollständigen Abbau der militärtechnischen Kooperation mit Teheran.

    Die Entscheidung von Präsident Dmitri Medwedew, die vereinbarte Lieferung von S-300-Abwehrraketen sowie den Transfer weiterer Rüstungen an den Iran auf Eis zu legen, bedeutet nicht den vollständigen Abbau der militärtechnischen Kooperation mit Teheran.

    Das teilte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch in New York mit.

    Präsident Dmitri Medwedew hatte am Mittwoch die Lieferung von S-300-Raketen, aber auch von Panzern, Kampfjets, Hubschraubern und Kriegsschiffen an den Iran per Erlass verboten. Wie der Kreml mitteilte, entspricht diese Entscheidung der Juni-Resolution des UN-Sicherheitsrats, welche die Lieferung von sieben Waffenkategorien an den Iran untersagt. 

    Bei diesen Waffenkategorien könne Russland zwar nicht mehr mit dem Iran kooperieren, doch gäbe es genug andere Bereiche (für eine militärtechnische Zusammenarbeit), sagte Rjabkow nach einer Sitzung der Sechsergruppe auf Ministerebene in New York.

    Der Iran hatte bereits vor drei Jahren bei Russland S-300-Abwehrraketen bestellt. Die Lieferung kam jedoch bisher nicht zustande. Zuvor hatte Russland bereits Flugabwehr-Raketen Tor-M1 an Teheran verkauft. Israel und westliche Staaten äußerten sich wiederholt besorgt über russische Waffengeschäfte mit der Islamischen Republik.

    Im Juni beschloss der UN-Sicherheitsrat schärfere Sanktionen gegen das iranische Atomprogramm. Das Außenministerium in Moskau ließ daraufhin wissen, dass diese Resolution dem S-300-Deal im Weg stünde.

    Anfang August berichteten iranische Medien, dass das Land bereits mindestens vier russische Flugabwehrraketen-Systeme vom Typ S-300 in seinem Besitz habe. Nach Angaben der Agentur Fars hatte Weißrussland zwei S-300-Systeme an den Iran verkauft. Der Lieferant der beiden weiteren Raketen sei unbekannt.

    S-300-Raketen sind für die Verteidigung großer Industrie- und sonstiger Zivil- und Militäranlagen bestimmt und können unter anderem auch ballistische Langstreckenraketen abfangen. Die neusten Modifikationen sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von 150 km und in bis zu 27 km Höhe zu bekämpfen.

    Theoretisch können die S-300, die gegenwärtig den Kern der Luftabwehr Russlands bilden, auch gegen Bodenziele eingesetzt werden. Raketensysteme dieses Typs stehen in der Ukraine, in Weißrussland, Kasachstan, Bulgarien, Griechenland, China und der Slowakei im Dienst.

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