05:08 18 Juli 2018
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    Russland stellt S-300-Lieferungen an Iran ein – „Rossijskaja Gaseta"

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    Eine ganze Reihe von wichtigen Erklärungen hat kürzlich der russische Generalstabschef Nikolai Makarow abgegeben, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Eine ganze Reihe von wichtigen Erklärungen hat kürzlich der russische Generalstabschef Nikolai Makarow abgegeben, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die erste Aussage des Generals galt dem neuen START-Vertrag. Nach seinen Worten könnte dieser Vertrag bis zum Ende dieses Jahres ratifiziert werden. Mit Rücksicht auf die negativen Erfahrungen bei der Ratifizierung des KSE-Vertrags hatte Russland von Anfang an auf gleichzeitiger Ratifizierung dieses Abkommens durch das russische und amerikanische Parlament bestanden. Jetzt aber gebe es weder in Moskau noch in Washington Hindernisse für die baldige Ratifizierung des START-Vertrags, stellte Makarow fest.

    Darüber hinaus äußerte sich der Generalstabschef zum Thema Lieferungen von Raketensystemen S-300 an den Iran. Der vor mehreren Jahren geschlossene Vertrag sieht den Verkauf von fünf Abteilungen dieser Waffen für insgesamt 800 Millionen US-Dollar vor. Dieser Deal wurde zwar in den USA und Israel heftig kritisiert, aber er widersprach bis zuletzt keiner einzigen internationalen Verpflichtung Russlands.

    Im Juniverabschiedete aber der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1929, die die Lieferungen von konventionellen Rüstungen an den Iran einschränkte. Russland musste einräumen, dass die in der Resolution enthaltenen Forderungen auch das erwähnte S-300-Abkommen betreffen. Dennoch komme die vollständige Auflösung des Vertrags mit Teheran vorläufig nicht in Frage – die endgültige Entscheidung hänge „vom Verhalten Irans“ ab, unterstrich General Makarow.

    Ferner informierte er über eine neue Verlegung des für Ende September geplanten Teststarts der seegestützten Rakete Bulawa. Sieben von insgesamt zwölf bisherigen Tests dieses Modells waren gescheitert. Angesichts dessen musste der Generalstab auf eine forcierte Inbetriebnahme des neuen Systems verzichten.

    Falls auch der neue Teststart erfolglos bleiben sollte, müsse man das gesamte Problem neu überdenken, sagte der Chef des Generalstabes. Er gab allerdings zu verstehen, dass Russland derzeit keine Alternativen zum Bulawa-Modell hat, so dass der absolute Verzicht auf diese Raketen nicht in Frage kommt.

    Darüber hinaus räumte Makarow ein, dass Russland neben vielen anderen Ländern an der Entwicklung von Kampflasern arbeitet. Über konkrete Eigenschaften der neuen Waffe wollte er jedoch nicht sprechen.

    Ein weiteres akutes Thema, das der General erwähnte, war die Einberufung zum Wehrdienst. Nach seinen Worten sollte die Kontrolle über die Zurückstellung vom Wehrdienst verschärft werden. Zugleich führte Makarow an, dass etwa 40 Prozent der Rekruten, die vom Wehrdienst aus gesundheitlichen Gründen befreit wurden, ihre Gesundheitszeugnisse gekauft oder gefälscht hätten.

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