12:32 16 Oktober 2018
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    Russland soll in Nato-Raketenabwehr eingebunden werden - „Nesawissimaja Gaseta“

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    Beim Russland-Nato-Gipfel in Lissabon soll die Beteiligung Moskaus an der Raketenabwehr des westlichen Militärbündnisses erörtert werden, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Beim Russland-Nato-Gipfel in Lissabon soll die Beteiligung Moskaus an der Raketenabwehr des westlichen Militärbündnisses erörtert werden, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die Nato-Mitgliedsstaaten planen in Lissabon die Bekanntgabe einer neuen Strategie, mit der sie sich gegen Angriffe durch Langstreckenraketen wappnen wollen. Russland soll vorgeschlagen werden, mit der Allianz zu kooperieren.

    Die Nato will ihre Raketenabwehr auf Grundlage eines taktischen Abwehrsystems gegen ballistische Flugkörper (ALTBMD) aufbauen. Das seit 2005 in Dienst stehende Abwehrsystem soll die Radarsysteme und Abfangraketen der Nato-Staaten in sich zusammenschließen. Dank diesem Abwehrsystem kann ein Nato-Mitglied Informationen über einen Raketenstart in einem anderen Land bekommen, um eine Abfangrakete zu starten.

    Das ALTBMD war ursprünglich für den Schutz vor Kurz- und Mittelstreckenraketen (2000 bis 3000 Kilometer) entwickelt worden. Laut einer Nato-Quelle soll die regionale Raketenabwehr auf Grundlage dieses Systems aufgebaut werden.

    Falls in Lissabon darüber positiv beschieden wird, werden die Kosten für weitere Zusammenschließung der Radarstationen und Abfangraketen in den nächsten zehn Jahren rund 200 Millionen Euro ausmachen. Die Kosten für die Radarstationen und die Abfangraketen sind darin nicht enthalten. Sie sollen von den Mitgliedsstaaten einzeln erworben werden.

    Bislang gibt es keine genauen Informationen darüber, wie die Architektur des regionalen Abwehrsystems der Nato aussehen wird. Dennoch ist es bereits jetzt klar, dass es sich um ein flexibles System handelt. Dessen endgültiges Aussehen hängt davon ab, wer und welche Ressourcen bereitstellen wird. Die USA, Frankreich, Italien, Deutschland, die Niederlande, Griechenland und Spanien erklärten sich bereit, ihre Systeme in die Nato-Abwehr einbinden zu lassen. Deren Grundlage sollen amerikanische SM-3-Abfangraketen bilden. Laut Washington sind diese Raketen der wichtigste technische Bestandteil des Nato-Abwehrsystems in Europa.

    Wenn Russland in Lissabon offiziell vorgeschlagen wird, an der Nato-Raketenabwehr teilzunehmen, gibt es größere Möglichkeiten für die Kooperation zwischen Moskau und der Nato. Russland soll angeboten werden, politische Konsultationen über das Abwehrsystem abzuhalten. Zudem sollen gemeinsame militärische Übungen stattfinden, bei denen Russland die Effizienz seiner Raketenabwehrmittel besser einschätzen kann. Darüber hinaus soll Russland Zugang zu US-Radardaten bekommen. Die Allianz verkündete bereits, dass die technologische Kooperation mit Russland im Raketenabwehrbereich entwickelt werden müsse.

    Laut einem Gesprächspartner der „Nesawissimaja Gaseta“ würde sich eine Beteiligung Russlands an der Nato-Raketenabwehr positiv auf den Schutz des Territoriums auswirken. Dank der Angaben der US-Satelliten (es handelt sich beispielsweise um Aufnahmen von Nordkorea) könne Russland aus Süden und Osten kommende Raketengefahren besser abwehren.

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