08:51 24 Juni 2018
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    Afghanistan-Einsatz hat Sicherheitslage im Land eskaliert - EU-Bericht

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    Lage in Afghanistan (867)
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    Der internationale Militäreinsatz im Afghanistan ist laut dem Afghanistan-Bericht, den das EU-Parlament in Straßburg am Donnerstag verabschiedet hat, gescheitert und hat die Lage in diesem Land sogar verschlechtert.

    Der internationale Militäreinsatz im Afghanistan ist laut dem Afghanistan-Bericht, den das EU-Parlament in Straßburg am Donnerstag verabschiedet hat, gescheitert und hat die Lage in diesem Land sogar verschlechtert.

    „Die Präsenz der Taliban wurde unterschätzt und die Fähigkeit der Regierung von Karsai, das Land im Griff zu halten, dagegen überschätzt. Als Resultat wurde dem Wiederaufbau und der Entwicklung des Landes wenig Aufmerksamkeit gewidmet“, hieß es im Bericht, aus dem die Pressestelle des Parlaments zitierte.

    Die EU-Strategie in Afghanistan solle kardinal revidiert werden und dabei auf eine Regulierung unter Beteiligung der Taliban abzielen. Auch andere militärische und politische Führer, die den Bürgerkrieg beenden wollen, sollen miteinbezogen werden. Die Al-Qaida solle für illegal erklärt werden, die Einhaltung der Grundrechte garantiert werden, hieß es.

    Die Parlamentarier äußerten Besorgnis über die Verschlechterung der sozial-wirtschaftlichen Eckdaten und der Sicherheitslage im Land sowie darüber, dass die Bevölkerung von Afghanistan das internationale Kontingent als „Okkupationstruppen“ betrachte.

    In diesem Zusammenhang kritisierten die Parlamentarier die USA für Versuche, die Anführer der Aufständischen mit Drohnen und Sondereinheiten zu vernichten, was öfters zu zivilen Opfern führe.

    Laut Schätzungen des EU-Parlaments beliefen sich die Gesamtkosten für den Afghanistan-Einsatz von 2001 bis 2009 auf etwa 300 Milliarden US-Dollar.

    Die EU-Parlamentarier fordern nun eine revidierte Afghanistan-Strategie, die statt auf Kriegshandlungen auf die Entwicklung der Zivilgesellschaft ausgerichtet sein müsse: auf die Bekämpfung sowohl von Armut, als auch von der Diskriminierung der Frauen, sowie auf die Vernichtung von Opium-Plantagen, auf denen rund 3,4 Millionen Afghanen schuften.

    Ein weiterer Sorgepunkt ist die Veruntreuung eines Teils der ausländischen Hilfsgelder und die anhaltende Korruption im Land.

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