13:13 24 Juni 2019
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    Bulawa-Konstrukteur: USA umgehen mit Hera-Rakete INF-Abrüstungsvertrag

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    Mit ihrer Zieldarstellungsrakete Hera haben die USA dem russischen Raketenkonstrukteur Juri Solomonow zufolge eine Mittelstreckenrakete gebaut und damit faktisch den Vertrag über die Vernichtung der Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite (INF) mit Russland umgangen.

    Mit ihrer Zieldarstellungsrakete Hera haben die USA dem russischen Raketenkonstrukteur Juri Solomonow zufolge eine Mittelstreckenrakete gebaut und damit faktisch den Vertrag über die Vernichtung der Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite (INF) mit Russland umgangen.

    Im Rahmen des INF-Vertrags aus dem Jahr 1987 seien die Mittelstreckenraketen als Klasse vernichtet worden, erinnerte Solomonow, Generaldirektor des Moskauer Instituts für Wärmetechnik, wo die Atomraketen Topol und Bulawa entwickelt wurden, am Montag.

    Aber die Amerikaner haben die Rakete Hera gebaut und auch getestet. Obwohl es sich dabei faktisch um eine Rakete mittlerer Reichweite handle, könne man den USA nichts vorhalten, weil sie Hera als Zieldarstellungsrakete für den Test ihres Raketenschildes nutzen und der INF-Vertrag nur für Boden-Boden-Raketen gelte.

    Obwohl Hera theoretisch in die Boden-Luft-Klasse gehöre, lasse sie sich bei Bedarf leicht in eine Boden-Boden-Rakete umbauen, sagte Solomonow. Russland halte sich bislang strikt an den INF-Vertrag. Im Notfall könnte es aber seine Interkontinentalraketen zu Raketen mittlerer Reichweite umbauen. Technisch sei diese Aufgabe durchaus lösbar.

    Der INF-Vertrag (auch als Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme bekannt) wurde am 8. Dezember 1987 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet und trat am 1. Juni 1988 in Kraft. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mittlerer (zwischen 1000 und 5500 Kilometer) und kürzerer (zwischen 500 und 1000 Kilometer) Reichweite binnen drei Jahren zu beseitigen und keine neuen herzustellen.

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