01:56 22 August 2017
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    Libyen: Gaddafi-Truppen verlassen Rebellenenklave - "Moskowski Komsomolez"

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi haben sich gestern aus der Rebellenenklave Misrata zurückgezogen, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Donnerstag.

    Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi haben sich gestern aus der Rebellenenklave Misrata zurückgezogen, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Donnerstag.

    Die andauernden Nato-Angriffe zwangen die Gaddafi-Truppen zum Abzug. Jetzt gibt es keinen formellen Grund mehr für die Fortsetzung der Anti-Gaddafi-Operation, denn als der Westen den Militäreinsatz in Libyen begann, galt die Verteidigung der friedlichen Bevölkerung als das Ziel. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich besorgt über die humanitäre Situation in Misrata. Die libyschen Aufständischen warnten, dass die belagerte Hafenstadt ohne Nato-Intervention von Gaddafi dem Boden gleichgemacht werden könnte. Erst am vergangenen Samstag traf in Misrata ein Schiff ein, das 160 Tonnen Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter brachte.

    Gaddafi schlägt jetzt den dortigen Stammeshäuptlingen vor, mit den Aufständischen in Misrata zu verhandeln. Das könnte zur Lösung der Situation beitragen. Denn im schlimmsten Fall könnten sich die dortigen Stämme auf die Seite der Regierungstruppen schlagen. Dass die Stammesoberen ein Ende der Gefechte herbeiwünschen, ist verständlich: Wegen des Kriegs ist die Stadt von allen Versorgungskanälen abgeschnitten.

    Einige Beobachter behaupten, dass Gaddafi mit Hilfe der Oberhäupter der bei Misrata ansässigen Stämme weitere Nato-Angriffe verhindern wolle. Denn die meisten von ihnen haben sich nicht an den Kämpfen beteiligt und gelten somit als friedliche Einwohner, die der Westen beschützen will.

    Die Oppositionellen teilten mit, dass Gaddafis Soldaten aus Misrata verdrängt worden seien. Libyens Vizeaußenminister Khaled Kaim erklärte, die Truppen seien weiter in der Stadt geblieben und hätten lediglich die Kämpfe eingestellt. Wie ein Krankenhaus in Misrata mitteilte, waren allein am Samstag etwa 25 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

    Die USA sind mittlerweile wieder im Spiel: Eine US-Drohne zerstörte am Samstag bei Misrata eine Raketenstartanlage der Gaddafi-Kräfte.

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