22:02 15 November 2018
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    Mistral-Deal: Russland und Frankreich unterzeichnen Vertrag - MEHR

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    Hubschrauberträger Mistral (212)
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    Nach monatelangen Verhandlungen haben Russland und Frankreich am heutigen Freitag den Kauf von zwei französischen Hubschrauberträgern des Typs Mistral mit einem Vertrag besiegelt.

    Nach monatelangen Verhandlungen haben Russland und Frankreich am heutigen Freitag den Kauf von zwei französischen Hubschrauberträgern des Typs Mistral mit einem Vertrag besiegelt.

    Der Vertrag zwischen dem russischen Waffenexporteur Rosoboronexport und dem französischen Konzern DCNS wurde am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg im Beisein des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew signiert, wie ein Korrespondent der RIA Novosti aus der Stadt an der Newa berichtet. Laut Rosoboronexport-Chef Anatoli Issajkin zahlt Russland für die beiden Schiffe 1,2 Milliarden Euro.

    Der französische Präsident Nikolas Sarkozy würdigte die Unterzeichung des Vertrages als Beweis dafür, dass die Partnerschaft zwischen Russland und Frankreich einen strategischen Charakter hat.

    Der russische Marinechef Wladimir Wyssozki sagte seinerseits, mit jeder Mistral erwerbe Russland nicht nur einen Hubschrauberträger, sondern auch ein Kommandoschiff, mit dem Flottenverbände auf hoher See, in beliebiger Entfernung von den Marinestützpunkten, wirksam gesteuert werden können. 

    Mit Hilfe der französischen Schiffe werde die russische Marine auch ihre humanitären Einsätze wesentlich effizienter machen, so Wyssozki weiter.
    Nach seinen Worten sollen die Mistrals mit russischen Rüstungen ausgestattet werden.

    Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits 2010 einen internationalen Wettbewerb zur Lieferung von Hubschrauber tragenden Landungsschiffen ausgeschrieben. Im Dezember erhielt der französische Konzern DCNS den Zuschlag. Der Konzern soll mit der russischen Schiffsbauholding OSK und dem Waffenexporteur Rosoboronexport ein Konsortium gründen und zwei Mistral-Schiffe in Frankreich und zwei weitere in Russland bauen.

    Am 25. Januar unterzeichneten Russland und Frankreich ein Rahmenabkommen über die Mistral-Schiffe, ohne darin jedoch konkrete Termine oder den Lieferpreis zu verankern. Die weiteren Verhandlungen kamen nur schleppend voran. Stein des Anstoßes war die Ausstattung des Kampfschiffes, das Frankreich an die russische Marine verkaufen soll.


    Gestritten wurde vor allem um das Datenübermittlungs- und Gefechtsleitsystem SENIT 9 und das Befehlssystem SIC-21 für die Führung eines Flottenverbandes. Russland wollte gemeinsam mit dem Schiff die beiden Systeme samt Baulizenz kaufen. Frankreich wollte die wichtigen Anlagen nicht an die Russen übergeben.

    Ein Mistral-Kampfschiff ist bei einer Wasserverdrängung von 21 300 Tonnen 210 Meter lang, 30 Meter breit und kann eine Geschwindigkeit von bis zu 19 Knoten erreichen. Die Besatzung besteht aus 160 Mann. Das Schiff kann 16 Hubschrauber, aber auch 13 Kampfpanzer oder 70 Fahrzeuge sowie eine 450-köpfige Landungstruppe aufnehmen.

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