10:37 21 Oktober 2017
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    Sorge um Pakistans Atomarsenal: Terroristen unterwandern Armee - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Unter Experten wachsen die Bedenken, dass Pakistan seine Atomwaffen vor den Zugriff von Terroristen schützen kann, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Unter Experten wachsen die Bedenken, dass Pakistan seine Atomwaffen vor den Zugriff von Terroristen schützen kann, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    „Wir haben allen Grund zur Sorge“, stellte Professor Pervez Hoodbhoy, der in Lahore und Islamabad unterrichtet. Ihm zufolge infiltrieren islamische Extremisten die pakistanische Armee. „Sie haben bereits unsere Objekte, darunter Stützpunkte und Kommandostäbe, erfolgreich überfallen, die bestens beschützt werden. Unter den Soldaten gibt es Personen, die auf der Seite der Extremisten stehen“, warnte der Professor.

    „Gibt es Beweise, dass unsere Atomobjekte dieser Gefahr nicht ausgesetzt sind?“, fragte Hoodbhoy rhetorisch. „Ich mache mir Sorgen, dass die Angreifer nicht nur in die Atomwaffenarsenale gelangen, sondern auch Depots mit nuklearem Material.“

    Laut der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ besitzt Pakistan 120 Atomsprengköpfe. Westliche Medien hatten zuvor gar berichtet, dass Islamabad mehr Atomwaffen als Großbritannien und Indien habe.

    Die Besorgnis von Professor Hoodbhoy teilen auch US-amerikanische Experten. Der russische Sicherheitsexperte Wladimir Sotnikow erwähnte einen Bericht des Verbands amerikanischer Wissenschaftler, in dem vor möglichen Angriffen der so genannten „neue Taliban“ auf Atomobjekte gewarnt wurde. Fanatiker wollen sich für die Liquidierung des Al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden rächen.

    Man sollte aber nicht übertreiben, so der russische Experte. In den pakistanischen Atomwaffenlagern gebe es drei Sicherheitsebenen, betonte er. Erstens werde die Munition getrennt von den Trägern gelagert. Zweitens seien alle Objekte mit Videokameras ausgestattet und werden rund um die Uhr bewacht. Zudem wurde mit Hilfe der USA ein spezielles System zur Personenkontrolle installiert. Das Personal werde unter anderem mit dem Lügendetektor getestet, so Sotnikow.

    Ein pakistanischer General erklärte gegenüber der "New York Times": „Wenn wir die Entwicklung von Atombomben und Trägermitteln gemeistert haben, können Sie ganz sicher sein, dass wir ihre Sicherheit garantieren können.“ Ihm zufolge verfügen insgesamt etwa 2000 Personen über Informationen über die Atom-Infrastruktur Pakistans. Sie alle werden streng überwacht.

    Die USA haben nahezu 100 Millionen Dollar für die Ausbildung des pakistanischen Personals und den Schutz der Atomobjekte ausgegeben. Das sei relativ einfach gewesen, verriet ein früherer Mitarbeiter der US-Administration. Viel schwerer sei allerdings zu kontrollieren, wie viel Kernstoff in den pakistanischen Laboren hergestellt worden sei, räumte er ein. Außerdem könne niemand ganz sicher sein, dass die Uran-Spezialisten diese Technologien nicht an Extremisten weitergeben.

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