04:07 17 Oktober 2017
SNA Radio
    Militär

    Moskau empört über mutmaßliche Waffenlieferungen Frankreichs an libysche Rebellen

    Militär
    Zum Kurzlink
    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
    0 110

    Falls Frankreich tatsächlich Waffen an die libysche Rebellen geliefert haben sollte, wäre dies ein sehr grober Verstoß gegen die Resolution 1970 des UN-Sicherheitsrates, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag in Moskau.

    Falls Frankreich tatsächlich Waffen an die libysche Rebellen geliefert haben sollte, wäre dies ein sehr grober Verstoß gegen die Resolution 1970 des UN-Sicherheitsrates, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag in Moskau.

    Die Zeitung „Le Figaro“ berichtete am Mittwoch, Frankreich versorge die berberischen Stämme, die ein Gebirgsgebiet südlich von Tripolis bewohnen, heimlich mit Waffen. Französische Kampfjets sollen mit Fallschirmen versehene Waffen über speziell eingerichtete Plätze im Nafusa-Gebirge abgeworfen haben. Bei den Waffen handle es sich um Panzerabwehrrohre, Panzerabwehr-Lenkraketen, Maschinengewehre und Maschinenpistolen. Dabei habe die französische Militärführung die anderen Mitgliedsstaaten der Koalition nicht über den Schritt in Kenntnis gesetzt.

    „Wir haben heute unsere französischen Kollegen gefragt, ob der Bericht über Waffenlieferungen aus Frankreich an die libyschen Rebellen der Wirklichkeit entspricht, und warten nun auf die Antwort. Sollte sich dieser Fakt bestätigen, wird er als ein sehr grober Verstoß gegen die Resolution 1970 des UN-Sicherheitsrates eingestuft“, so Lawrow.

    Oberst Thierry Burkhard vom französischen Generalstab hatte am Mittwoch die „Lieferungen von Waffen an Fallschirmen“ bestätigt, jedoch eingeräumt, dass nur von leichten Waffen und Munition die Rede sei.

    Mitte Februar hatten in Libyen Massenproteste gegen das Gaddafi-Regime begonnen, die in eine bewaffnete Konfrontation mit den Regierungskräften ausarteten. Der UN-Sicherheitsrat beschloss am 17. März ein Flugverbot für die Gaddafi-Armee in Libyen und gab faktisch grünes Licht für eine militärische Einmischung in diesem nordafrikanischen Land. An der am 19. März gestarteten Operation der Koalitionskräfte waren ursprünglich Großbritannien, Frankreich, die USA, Kanada, Belgien, Italien, Spanien, Dänemark und Norwegen beteiligt. Am 31. März übernahm die Nato die Führung des Militäreinsatzes „Geeinter Beschützer“, den sie am 1. Juni um 90 Tage bis Ende September verlängert hat.

    Themen:
    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)