02:24 23 Oktober 2017
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    Libyen-Krise: Gaddafi droht dem Westen mit Krieg - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Russland und Südafrika suchen nach Auswegen aus der Libyen-Krise, während Machthaber Muammar Gaddafi dem Westen mit Angriffen droht, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Russland und Südafrika suchen nach Auswegen aus der Libyen-Krise, während Machthaber Muammar Gaddafi dem Westen mit Angriffen droht, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Bei einem Telefongespräch am vergangenen Samstag berichtete der südafrikanische Präsident Jacob Zuma seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew über die Ergebnisse des jüngsten Gipfels der Afrikanischen Union zur Libyen-Krise. „Um weitere Schritte zu koordinieren und eine Lösung des Konflikts in Libyen herbeizuführen, haben die Staatsoberhäupter für die nächste Zeit ein persönliches Treffen vereinbart“, so der Pressedienst des Kreml. Nach AFP-Angaben traf Zuma bereits am gestrigen Sonntag in Moskau ein.

    Bei ihrem Treffen in Malabo (Äquatorialguinea) einigte sich die Afrikanische Union auf einen neuen „Fahrplan“ für die Libyen-Regelung, in dem betont wurde, dass Gaddafi einen Dialog mit der Opposition akzeptiere. Die Teilnehmer des Treffens konnten sich aber nicht über das weitere Schicksal des libyschen Machthabers einigen. Zugleich wurde der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgestellte Haftbefehl für Gaddafi verurteilt.

    Die Afrikaner verlangen eine sofortige Waffenruhe in Libyen und die Aufhebung des Flugverbots. Stattdessen sollten UN-Blauhelme in dem nordafrikanischen Land stationiert werden, was allerdings noch mit beiden Konfliktseiten vereinbart werden muss.

    Die Vertreter der Aufständischen verlangten von der Afrikanischen Union erneut als Vorbedingung für Verhandlungen den Rücktritt Gaddafis.

    Der libysche Machthaber wandte sich unterdessen in einer Ansprache an die Nato-Länder, die an der Operation „Unified Protector“ beteiligt sind. „Die Libyer sind in der Lage, Europa in ein Schlachtfeld zu verwandeln“, drohte er. „Dann werden eure Häuser, Büros und Familien zu legitimen militärischen Zielen - genauso wie unsere Häuser derzeit eure Ziele sind. Wir werden Europa wie Heuschrecken, wie ein Bienenschwarm attackieren. Ihr solltet unser Land verlassen, solange Ihr nicht auf eine Katastrophe gestoßen seid.“

    „Es wäre absolut falsch, zu glauben, dass Gaddafi durch Lufteinsätze bezwungen werden kann“, sagte Andrew McGregor von der Organisation Aberfoyle International Security (Toronto), die auf Sicherheitsfragen in der islamischen Welt spezialisiert ist. Das größte Problem ist nach seiner Auffassung das überschätzte Potential der libyschen Rebellen. „Sie bräuchten zuerst ein paar Jahre, um sich zu organisieren. Wenn man spontan auf die Straßen geht, ist das Ergebnis voraussagbar.“

    In die gleiche Kerbe schlug auch der Politologe Alan Cooperman von der Texas University. „Es war ein grundsätzlicher Fehler des Weißen Hauses und der Nato, zu glauben, dass das gesamte libysche Volk in Opposition zu Gaddafi stehen würde. In Wirklichkeit ist Libyen in zahlreiche Clans und Stämme aufgeteilt. Einige von ihnen wurden von Gaddafi massiv unterstützt und unterstützen ihn jetzt“, so der Experte.

    Ali Ahmed von der New England University warf der Nato vor, statt der proklamierten Befreiung des libyschen Volks nur „die Ausbeutung des ölreichen Libyens“ als Ziel zu haben.

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