20:38 17 Oktober 2017
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    Veraltet und teuer: Russisches Militär wettert gegen Panzerschmieden - „RBC daily“

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    Im Streit um die Qualität russischer Panzer hat sich Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow gegen heimische Neuerwerbungen ausgesprochen, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Montag.

    Im Streit um die Qualität russischer Panzer hat sich Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow gegen heimische Neuerwerbungen ausgesprochen, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Montag.

    Wie der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow am Freitag sagte, entsprechen die neuen Kampfpanzer nicht den heutigen Anforderungen. Selbst die Neuentwicklungen seien zu 60 Prozent veraltet, sagte er.

    Dem Verteidigungsminister zufolge sollen die vorhandenen Panzer lieber modernisiert werden. Die Modernisierung eines Panzers kostet 30 bis 40 Millionen Rubel (1 Euro = ca. 40 Rubel), was deutlich günstiger ist als ein neuer Panzer (über 100 Millionen Rubel). Die russische Armee verfügt über etwa 10.000 Panzer, womit sie im Soll liegt.

    Im März hatte der Befehlshaber der Landstreitkräfte, Alexander Postnikow, die russischen Panzer heftig kritisiert. Selbst die neuesten Waffen könnten nicht mit ihren chinesischen Pendants und schon gar nicht mit denen der Nato mithalten, so der Heereschef. Postnikow hatte damals den deutschen Leopard-Panzer gelobt. Der neue T-90-Panzer sei eine modifizierte Version des sowjetischen Panzers T-72. Er koste 118 Millionen Rubel. „Es wäre einfacher drei Leopard-Panzer für dieses Geld zu kaufen“, sagte Postnikow.

    Regierungschef Wladimir Putin ist da offenbar anderer Meinung. Am vergangenen Donnerstag sagte er bei einer Konferenz der Partei „Geeintes Russland“ in Jekaterinburg, dass die russischen Militärs nun doch gern heimische Panzer erwerben würden. Bei dem Treffen der Kreml-Partei beschwerte sich ein Rüstungsmanager über die Generäle, die Panzer im Ausland kaufen wollen. Putin bemerkte darauf, dass die Generäle diese Aussagen im „polemischen Eifer“ gemacht hätten.

    Dem Militärexperten Alexander Chramtschichin zufolge ist es für Russland weiterhin wichtig, ausreichend Panzer zu haben. „Russland kann zwar wie der Westen auf die Panzerproduktion verzichten, in einem klassischen Krieg sind jedoch die Panzer vonnöten, vor allem angesichts einer möglichen Konfrontation mit China“, sagte Chramtschichin.

    Konstantin Makijenko vom Zentrum für Strategien und Technologien hat eine andere Meinung. „Der Verzicht auf den Kauf neuer Panzer ist naheliegend, weil die russische Armee über überflüssige Anzahl von Panzern verfügt - rund 7000 Stück. Russland braucht einfach nicht so viele Panzer“, sagte Makijenko.

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