19:00 23 Oktober 2017
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    Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen

    Nato und Russland können Zentrum für Ermittlung von Raketengefahren schaffen - Rasmussen

    © RIA Novosti. Mikhail Mokruschin
    Militär
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    Die Nato und Russland können ein gemeinsames Zentrum für die Ermittlung von Bedrohungen durch ballistische Raketen einrichten, so der Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, vor Studenten der Sankt Petersburger Marineakademie.


    Die Nato und Russland können ein gemeinsames Zentrum für die Ermittlung von Bedrohungen durch ballistische Raketen einrichten, so der Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, vor Studenten der Sankt Petersburger Marineakademie.

    „Russland hat bereits einen interessanten Vorschlag unterbreitet. Es gibt die Möglichkeit für die Einrichtung eines gemeinsamen Zentrums, an dem wir Bedrohungen durch ballistische Raketen ermitteln sowie Informationen und Bewertungen austauschen könnten. Möglich ist auch die Schaffung eines Zentrums zum Reagieren. Mir scheinen diese Vorschläge vielversprechend zu sein“, sagte Rasmussen am Dienstag in Sankt Petersburg in einer Vorlesung vor Studenten der Marineakademie.

    Ihm zufolge haben gegenwärtig mehr als 30 Staaten Raketentechnologien oder entwickeln diese. „Einige dieser Raketen können bereits die Nato-Länder erreichen. Wir müssen unsere Territorien schützen. Russland ist auch auf dieses Risiko gestoßen“, führte der Nato-Generalsekretär aus.

    Nach seinen Worten ist es unter Berücksichtigung einer allgemeinen Bedrohung zweckmäßig, gegen diese gemeinsam zu kämpfen. „Die Zusammenarbeit  zwischen der Nato und Russland bei der Luftabwehr könnte weiter und schneller gehen“, betonte Rasmussen.

    Er sicherte zu, dass die Nato keine Gefahr für Russland darstelle.  „Ich halte Russland nicht für eine Bedrohung für die Nato und will versichern, dass die Nato keine Bedrohung für Russland darstellt“, sagte der Chef der Allianz.

    Nach seinen Worten ist das Nato-System defensiv und nicht für einen Überfall auf Russland bestimmt.

    Am 4. Juli hatte im russischen Sotschi (Badeort am Schwarzen Meer) eine Sitzung des Russland-Nato-Rates stattgefunden.

    Die Raketenabwehr war eines der Schwerpunkthemen der Sitzung.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestätigte in der Sitzung die Unveränderlichkeit der Haltung Russlands, das juristische Garantien für die Nichtausrichtung des zu schaffenden Nato-Raketenabwehrsystems gegen die Russische Föderation benötigt. Der Nato-Generalsekretär sagte seinerseits, es sei nicht notwendig, mit Russland einen Vertrag zu schließen, der den Verzicht auf einen Angriff im Raketenabwehrbereich juristisch garantieren würde.

    Russland und die Nato hatten sich bei ihrem Gipfel in Lissabon im November 2010 auf die Zusammenarbeit bei der Schaffung einer europäischen Raketenabwehr geeinigt. Russland ist der Auffassung, dass die Ausarbeitung des Konzeptes und der Architektur der europäischen Raketenabwehr auf gleichberechtigter Grundlage erfolgen und adäquate vertrauensbildende Maßnahmen und Transparenz vorsehen muss.

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