22:28 22 August 2017
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    Japan fürchtet Nordkoreas Atombomben und Chinas Kriegsflotte – „Nesawissimaja Gaseta"

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    Japan ist besorgt über die zunehmende Militärkraft Chinas und die Atomwaffenpläne Nordkoreas, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Japan ist besorgt über die zunehmende Militärkraft Chinas und die Atomwaffenpläne Nordkoreas, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das geht aus dem so genannten „Weißen Buch für Verteidigungsfragen“ 2011 hervor, das am vergangenen Dienstag von der japanischen Regierung gebilligt wurde.

    Beunruhigend finden die Japaner die undurchsichtigen Aktivitäten der chinesischen Marine im Gebietsstreit um die Paracel- und Spartly-Inseln.

    Im Wissen ihrer wachsenden Militärstärke dehne die chinesische Marine ihre Präsenz auf Gebiete aus, die an Japan grenzen, heißt es im „Weißen Buch“. 

    In Tokio wurde festgestellt, dass Chinas Seestreitkräfte an zahlreichen Manövern teilnehmen, die immer häufiger in Gewässern stattfinden, die von beiden Seiten beansprucht werden. „Wir sollten die Aktivitäten Chinas und seine Ansichten zu den um unseres Land liegenden Gewässern kontrollieren“, warnten die japanischen Militärs.

    Große Kopfschmerzen bereitet den Japanern auch Nordkorea. Im „Weißen Buch“ wurde erstmals davon gesprochen, dass Pjöngjang möglicherweise Atomsprengköpfe für seine Mittelstreckenraketen entwickelt.

    Angesichts dessen bestätigte Japans Militär die Richtigkeit der im Dezember 2010 geäußerten Initiative zur Verstärkung der Streitkräfte im Westen und Süden des Landes.

    Bei der Vorstellung des „Weißen Buchs“ sprach sich der japanische Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa für engere Militärkontakte mit den USA und Südkorea aus, um Chinas zunehmend schlagkräftigere Kriegsflotte einzudämmen.

    Der russische Korea-Experte Alexander Schebin sagte, es sei kein Geheimnis, dass Pjöngjang bereits ballistische Mittelstreckenraketen getestet habe. Vermutlich könnten sie jeden Ort in Japan erreichen. Ob die Nordkoreaner aber Atomsprengköpfe entwickeln, sei bisher unbekannt, fügte er hinzu.

    Pjöngjang mache kein Hehl daraus, dass es eine Urananreicherungsanlage habe. Im Herbst 2010 durfte der bekannte US-Atomexperte Siegfried Hecker sich das Atomobjekt genauer anschauen, erinnert Schebin.

    Die Kapazität des Betriebs soll ziemlich gering sein. Pjöngjang behauptet, dort niedrig angereichertes Uran für Kernkraftwerke mit Leichtwasserreaktoren zu produzieren. Beobachter sind sich einig, dass diese Kapazität für militärische Zwecke nicht ausreicht. Deshalb seien die Befürchtungen der Japaner vorerst unbegründet und müssten erst noch bestätigt werden, fuhr Schebin fort.

    In Tokio würde die Atomwaffengefahr aus Nordkorea sehr ernst genommen, räumte er ein. Unter Beteiligung der USA sei auf japanischen Inseln ein Raketenabwehrsystem errichtet worden, an dem auch Kriegsschiffe mit dem Aegis-System und bodengestützte Abfangraketen Patriot beteiligt seien, ergänzte der Experte.

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