11:25 22 August 2017
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    Grenzstreit mit Kosovo: Serbien und Kfor einigen sich über Sicherheitskontrollen

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    Serbiens Vertreter und die Schutztruppe Kfor im Kosovo haben am Mittwochabend ein vorbereitendes Abkommen über die Überwindung der Krise im Nordkosovo geschlossen.

    Serbiens Vertreter und die Schutztruppe Kfor im Kosovo haben am Mittwochabend ein vorbereitendes Abkommen über die Überwindung der Krise im Nordkosovo geschlossen.

    Laut regionalen Medienberichten sollen die Kfor-Kräfte bis mindestens Oktober die Grenzposten Jarinje und Brnjak an der Verwaltungsgrenze zwischen Serbien und dem Kosovo kontrollieren.

    Das von Kfor-Kommandeur General Erhard Bühler, dem serbischen Minister für Kosovo und Metochien Goran Bogdanovic und dem serbischen Chefunterhändler bei den Gesprächen mit Pristina Borislav Stefanovic unterzeichnete Abkommen soll in den nächsten Tagen in Kraft treten. Es sieht vor, dass Güterfahrzeuge bzw. mit humanitären Hilfsgütern beladene Wagen die beiden Grenzposten nach einer Passkontrolle passieren dürfen.

    Die Barrikaden, die die Kosovo-Serben aus Protest gegen die Politik von Pristina gebaut hatten, sollen geräumt und die Bewegungsfreiheit wieder hergestellt werden.

    Laut einer Pressemitteilung der Kfor kann die seit Donnerstag geltende Kontrolle der Militärs über die umstrittenen Grenzposten im Bedarfsfall verlängert werden.

    Die Kosovo-Regierung hat das Abkommen zwischen Serbien und der Kfor abgelehnt und das von ihr verhängte Einfuhrverbot für serbische Waren bekräftigt.

    Die Situation im nördlichen Teil des Kosovo hatte sich zugespitzt, als Kosovo-Premier Hashim Thaci am 25. Juli einseitig Polizeikontrolle über die Grenzposten Jarinje und Brnjak, die bisher zum Zuständigkeitsbereich der EU-Mission EULEX gehörten, angeordnet hatte. Die Behörden in Pristina wollten damit das Verbot der Einfuhr serbischer Waren zur Geltung bringen. 

    Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Kosovo-Polizei und Kosovo-Serben sind Dutzende von Menschen verletzt worden. Ein kosovarischer Polizist erlag später seinen Verletzungen.

    Die von der Nato geführten Kfor-Kräfte sind seit 1999 im Kosovo eingesetzt. Die Personalstärke des Militärkontingentes beträgt nach dem Stand von Anfang Juni 5927 Soldaten.
     
    Die albanischen Kosovo-Behörden hatten im Februar 2008 mit Unterstützung der USA und einiger EU-Länder die Unabhängigkeit von Serbien ausgerufen. Der einseitig proklamierte Staat wurde bisher von 76 der 192 UN-Mitgliedsländer anerkannt.

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