07:28 23 Februar 2018
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    Nato bestätigt Raketenstarts durch Gaddafi-Armee

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Die Nato hat den Raketenbeschuss der libyschen Stadt Misurata durch die Gaddafi-treuen Truppen bestätigt, meldet AFP am Dienstag unter Berufung auf die Sprecherin der Allianz, Oana Lungesco.

    Die Nato hat den Raketenbeschuss der libyschen Stadt Misurata durch die Gaddafi-treuen Truppen bestätigt, meldet AFP am Dienstag unter Berufung auf die Sprecherin der Allianz, Oana Lungesco.

    „Wir können die Informationen über die Starts von drei Scud-Raketen der Boden-Boden-Klasse aus dem Raum von Sirt bestätigen. Die Raketen haben die Küstenregion bei Misurata erreicht und sind dabei höchstwahrscheinlich im Meer oder auf dem Küstenstreifen niedergegangen“, zitiert die Agentur die Nato-Sprecherin.

    Laut Lungesco bewertet die Nato-Führung die Raketenstarts durch die Gaddafi-Truppen als einen „völlig verantwortungslosen“ Einsatz von „Terrorwaffen“, die für die Zivilbevölkerung eine Bedrohung darstellen.

    Wie die Agentur Reuters am Dienstag unter Berufung auf inoffizielle Informationen aus der Nato mitgeteilt hatte, sind am Montag aus der von Gaddafis Anhängern kontrollierten Stadt Sirt, dem Geburtsort des libyschen Diktators, drei Raketen vom Typ Scud gegen die über 700 Kilometer entfernte und von den Rebellen beherrschte Stadt Misurata abgefeuert worden. Eine Scud-Rakete hat 300 Kilometer Reichweite.

    In der Nacht zum Dienstag meldete die Agentur unter Berufung auf den TV-Sender Al Dschasira, dass die libyschen Militärs von Sirt aus erneut eine ballistische Rakete abgefeuert haben. Zunächst hieß es, ein Nato-Kampfjet habe die Rakete abgeschossen. Später konnte aber der Bericht über den Raketenstart nicht bestätigt werden.

    Bei der Rakete Scud B (Nato-Klassifizierung) handelt es sich um den in der Sowjetunion entwickelten Raketentyp R-11. Diese Waffe wurde 1964 in den Dienst der Sowjetischen Armee gestellt. Laut westlichen Medienberichten sollen den libyschen Behörden rund 100 Scud-B-Raketen zur Verfügung stehen. Vor knapp zehn Jahren wurden Verhandlungen über die Vernichtung dieser Waffen als Gegenleistung gegen die Aufhebung der gegen Tripolis verhängten Sanktionen geführt – jedoch scheiterten diese Gespräche.

    Die Gründe der Gaddafi-Armee, die in dem zu Ende gehenden Konflikt faktisch eine Niederlage davongetragen hat, ballistische Raketen abzufeuern, sind unklar. Die Aufständischen sind in der Nacht zum Dienstag in Tripolis eingezogen und halten nun den größten Teil der libyschen Hauptstadt unter Kontrolle. Es liegen noch keine genauen Informationen über das Schicksal von Gaddafi selbst vor. Nach einigen Angaben soll er sich noch immer in seiner befestigen Residenz im Stadtviertel Bab-al-Aziz aufhalten.




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