04:32 23 November 2017
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    Raketenabwehr: Moskau setzt auf „Star Wars“ – Medien

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    In Moskau wird eine neue Initiative zur Raketenabwehr besprochen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag unter Hinweis auf einige Diplomaten, die an der Erörterung des Projekts teilnehmen.

    In Moskau wird eine neue Initiative zur Raketenabwehr besprochen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag unter Hinweis auf einige Diplomaten, die an der Erörterung des Projekts teilnehmen.

    Vor dem Hintergrund der unbeugsamen Haltung der USA, die weiterhin keine juristischen Garantien für die Nichtausrichtung der entstehenden europäischen Raketenabwehr gegen die russischen Kernwaffenkräfte geben wollen, versucht Russland, die Verhandlungen aus der Sackgasse zu bringen.

    Einem Gesprächspartner der Zeitung zufolge ist die Form der neuen russischen Vorschläge noch nicht endgültig festgelegt. Vorläufig heißt die Initiative „Strategische Verteidigung der Erde“ - nach dem berühmten US-Militärprogramm „Strategic Defense Initiative SDI“ (dt.: Strategische Verteidigungsinitiative) aus den Zeiten von Präsident Ronald Reagan. In der Darlegung von Diplomaten erinnert die Idee tatsächlich zum Teil  an das amerikanische Projekt von Star Wars („Kriege der Sterne“). Sie sieht die Schaffung eines gemeinsamen Systems mit den USA und der Nato vor, das den Planeten nicht nur vor Raketen, sondern auch vor Asteroiden und anderen Bedrohungen aus dem Weltraum schützen würde. Der Autor dieser Idee ist nach Angaben des „Kommersant“ der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin.

    Wie die Zeitung schreibt, läuft das Wesen der Konzeption auf die Verschiebung des Akzents des Raketenabwehrsystems, das die USA und deren Partner in der Nato schaffen, von der Bekämpfung der Raketendrohungen auf den Kampf gegen kosmische Bedrohungen hinaus.

    „Die neuen Vorschläge funktionieren im Grunde genommen nach der Logik der Amerikaner. Ihnen ist das Denken in globalen Kategorien immanent. Das Raketenabwehrsystem in jener Form, in der es von Washington gefördert wird, löst genau eine solche globale Aufgabe. Es rettet die USA und deren Verbündete vor Raketenbedrohungen. In unserer Konzeption haben wir die Möglichkeit, ihnen eine globalere Aufgabe vorzuschlagen - die Welt zu retten. Und das nicht im Alleingang, sondern zusammen mit uns“, so eine Quelle der Zeitung.

    Die Gesprächspartner der „Kommersant“ unterstreichen als einen der Schlüsselelemente der russischen Vorschläge, dass ein neues System für kosmische Verteidigung der Erde von der Uno kontrolliert werden müsse. Als eines der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates besitzt Russland dort ein Vetorecht. Das würde es Moskau ermöglichen, die Entwicklung des Projekts vollständig zu kontrollieren und seine Transformation in eine für sich unerwünschte Richtung in jeder Etappe zu verhindern.

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