02:00 21 November 2017
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    Ein Atom-U-Boot der Nerpa-Klasse

    Leihgabe mit Lapsus: Russisches Atom-U-Boot für Indien – "Iswestija"

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    Indien least das russische Atom-U-Boot „Nerpa“. Allerdings sind die Inder nicht gerade begeistert von der Zuverlässigkeit der Bordwaffen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Freitag.

    Indien least das russische Atom-U-Boot „Nerpa“. Allerdings sind die Inder nicht gerade begeistert von der Zuverlässigkeit der Bordwaffen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Freitag.

    Am 30. Oktober beginnen die letzten Tests der „Nerpa“. Die offizielle Übergabe des U-Boots ist für den 22. bzw. 23. November geplant.

    Das hat bereits die zuständige russisch-indische Regierungskommission vereinbart, die am 4. und 5. Oktober in Moskau zusammengekommen war. Die Inder benennen das russische Atom-U-Boot in „Chakra“ um.

    In Neu-Delhi ist man allerdings beunruhigt über die Zuverlässigkeit der Waffen an Bord des U-Boots, genauer über die mangelhafte Präzision bei der Anvisierung. In Sowjetzeiten lag die Zuverlässigkeit der Waffen bei 95 bzw. 97 Prozent. Jetzt erreicht sie nur 35 Prozent.

    Quellen in der russisch-indischen Kommission verrieten, dass Neu-Delhi auf den U-Boots-Deal verzichten wollte, sich das aber nicht mehr leisten könne: Ein U-Boot-Stützpunkt sei bereits kostspielig umgebaut worden. Die Übergabe des U-Boots hätte eigentlich schon 2008 stattfinden sollen.

    „Die Inder wollen keine neuen Probleme mit russischen Schiffen“, so ein Insider. Die russischen Schiffbauer wissen schon, dass sie keine solchen Verträge mehr bekommen, ergänzte er.

    Der Präsident der Vereinigten Schiffbau-Korporation (russ. Abk.: OSK), Roman Trozenko, hatte vor kurzem mitgeteilt, dass die Werft in Komsomolsk am Amur (Region Chabarowsk) keine Atom-U-Boote wie die „Nerpa“ mehr bauen werde.

    Indien hat inzwischen ein eigenes Atom-U-Boot namens „Arihant“, das mit ballistischen Raketen ausgerüstet ist. Die „Chakra“ soll als Übungs-U-Boot eingesetzt werden.

    Insgesamt wollen die Inder fünf Atom-U-Boote haben. Das erste U-Boot lief 2009 vom Stapel. Zwei weitere werden bereits gebaut.

    Laut dem schätzungsweise 650 Millionen Dollar schweren Vertrag wird Indien die „Nerpa“ für zehn Jahre leasen. Das U-Boot hätte 2008 Neu-Delhi übergeben werden sollen. Im November 2008 wurden jedoch bei einer Explosion an Bord des U-Boots 20 Menschen getötet. Die Übergabe musste verschoben werden. 

    Das Atom-U-Boot „Nerpa“ (Projekt 971I Schtschuka-B (Helcht-B), Nato-Codename: Akula) ist ein U-Boot der dritten Generation. Es ist mit Torpedos, Raketentorpedos und Marschflugkörpern „Granat“ (Reichweite bis 3000 Kilometer) ausgerüstet.

    Die Wasserverdrängung liegt bei 8 140 bzw. 12 770 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht 30 Knoten. Die Tauchtiefe beträgt 600 Meter. 100 Tage lange kann das U-Boot autonom in der See unterwegs sein. Die Besatzung besteht aus 73 Mann. Seit 1984 wurden insgesamt 15 solche U-Boote gebaut.

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